15. OSV-Kommunalkongress

Zum Wohle der Region

Potsdam/Berlin, 19. Juni 2018  Zahlreiche Entscheidungsträger aus Kommunen und Sparkassen waren der Einladung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) und der Kommunalen Spitzenverbände der OSV-Staatsvertragsländer gefolgt, um im Rahmen des 15. OSV-Kommunalkongresses über aktuelle kommunalpolitische Themen zu diskutieren. In seiner Eröffnungsrede betonte Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, wie bedeutsam das Zusammenspiel zwischen Kommunen und Sparkassen zur Weiterentwicklung der Regionen sei.

„Sparkassen sind historisch Töchter der Kommunen. Nie verloren sie die feste Anbindung an die Trägerkommune, an deren Territorium und an die von den Kommunen übertragenen Aufgaben der Daseinsvorsorge, der kommunalen Selbstverwaltung“, so Ermrich.

Heinrich Haasis, Vorstandsvorsitzender der Sparkassenstiftung für Internationale Kooperation e.V. und Präsident i.R. des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, gab den Teilnehmern interessante Einblicke in die internationalen Aktivitäten der Stiftung. Er wies darauf hin, dass weltweit zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben. Haasis erinnerte an die Aussage des ehemaligen EU-Kommissars McCreevy im Jahre 2009, der seinerzeit prognostizierte, dass es 2015 keine Sparkassen mehr geben werde. „Wir müssen daher fortgesetzt um Verständnis für die Sparkassenidee werben, und dafür brauchen wir international Verbündete“, schlussfolgerte Haasis.

In einem kurzweiligen Vortrag zog Dr. Gertrud Rosa Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, eine Zwischenbilanz zu den Entwicklungen von Konjunktur und Kapitalmärkten. „Trump macht das, was er angekündigt hat. Insofern ist er für uns Volkswirte berechenbar“, tat Traud zur Überraschung vieler Teilnehmer kund. Zudem verwies sie auf ausgelastete Kapazitäten der deutschen Unternehmen und damit verbundene Lohnsteigerungen. „Inflation ist wieder ein Thema“, gab sie den Kongressteilnehmern mit auf den Weg. Für Deutschland erwartet Traud für das Jahr 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent, eine Zinserhöhung sieht sie vor September 2019 nicht.

Eine lebhafte Podiumsdiskussion zum Thema „Allem gewachsen – wie können Kommunen und Sparkassen die Herausforderungen gemeinsam meistern“? rundete das Vormittagsprogramm ab. Heinz-Lothar Theel, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Landkreistages Sachsen-Anhalt, moderierte das Podium mit den Diskutanten  Ralf Drescher, Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen, Hans-Michael Strube,  Vorstandsvorsitzender der Salzlandsparkasse, und Heinrich Haasis.

BildHeinrich Haasis, Hans-Michael Strube, Ralf Drescher, Heinz-Lothar Theel (v.l.)

Für Landrat Drescher ist das Vertrauensverhältnis zwischen Kommune und Sparkasse das A und O der Zusammenarbeit.  „Wir haben ein übereinstimmendes Interesse zum Wohle der Region und machen viele Projekte mit unserer Sparkasse gemeinsam“.  Strube sieht die Sparkassen als den regionalen Anker. „Natürlich müssen wir bei der Digitalisierung volle Pulle geben. Aber Vertrauen wächst nicht online, es kommt auf die menschlichen Kontakte an“, betonte Strube. Einig war sich die Runde mit Haasis, dass Sparkassen lokal bleiben müssen und Nähe brauchen.

Mit einem Impulsvortrag zum Thema Führung startete die Veranstaltung in den Nachmittag. Anschließend konnten die Teilnehmer in vier Fachforen die Themenfelder Cyberkriminalität, Demografie & Kommunalfinanzen, Crowdinvesting und Mobilität vertiefen.

Auch 2019 wird der Kommunalkongress Kommunen und Sparkassen wieder eine Plattform bieten, um sich zu aktuellen Themen auszutauschen.

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