Betriebswirtschaftliche Jahrestagung

Controlling und Organisation des OSV 2016

Berlin/Potsdam, 29. November 2016  Über den Stabsbetrieb der Zukunft in Zeiten vielfältigen Bedrohungspotenzials informierten sich in diesem Jahr über 80 Fach- und Führungskräfte aus Sparkassen des OSV, SGVSH und SGVHT auf der diesjährigen Betriebswirtschaftlichen Jahrestagung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV).

Markus Volke, Leiter der Abteilung Steuerung des OSV, ging einleitend auf die aktuellen Herausforderungen für die Sparkassen zur Regulatorik, Niedrigzinsphase und Digitalisierung ein. Bei zurückgehenden Betriebsergebnissen haben alle Sparkassen bereits begonnen, Handlungsfelder zu bearbeiten, die dabei verfolgten Strategien seien jedoch insbesondere zum Part „Erträge steigern, Kosten senken“ durchaus unterschiedlich. Erfreut zeige sich, dass einige Sparkassen erfolgreich der Tendenz der Filialschließungen entgegen steuerten.

Den Controller und Orga-Abteilungen der Sparkasse komme dabei eine große Verantwortung zu, weil oftmals ihre Zahlenwerke mitausschlaggebend seien, wie die Flächenpräsenz und das Beratungsangebot der Sparkasse vor Ort sich in der Zukunft entwickeln. Neue Digitalisierungsangebote sind für Geldverwaltung und Zahlungsverkehr wichtig und können helfen, unter dem Strich Kosten zu sparen. Die Kundenbedürfnisse nach persönlicher ganzheitlicher Beratung vor Ort finden ihre Entsprechung jedoch in flexibler Flächenpräsenz und intelligenten Kundenbindungsprogrammen, so Volke.

Er plädierte gleichzeitig dafür, dass die Zielsysteme in den Sparkassen angepasst werden, um die Versorgungsgrad der Bevölkerung, Netzwerkbildung in den Geschäftsgebieten und Weiterempfehlungen sichtbar und messbar aufzuzeigen und damit Impulse zu liefern, den Markt umfassend ausschöpfen zu können.

„Wenn das Controlling einer Sparkasse ermittelt, dass von 100 Kunden nur 30 effektiv beraten werden, gilt es die Frage zu stellen, warum 70 nicht? Zumal, wenn davon ein Teil von der Konkurrenz offenbar zur Zufriedenheit der Kunden betreut wird oder dort Geschäfte tätigt – dann ist das eine Aufgabe für den Vertrieb. Und unsere Aufgabe als Betriebseinheiten ist, das sichtbar zu machen und zu steuern.“
 
Volke ermunterte die Organisationsabteilungen, mit organisatorischen oder bautechnischen Maßnahmen die Kunden in die Filiale „zu lotsen“ oder mit intelligenter technischer Ausstattung die Kundenberater zu den Kunden zu leiten. „Die freien Berater machen es auch – und zwar erfolgreich.“
 
Im Anschluss berichtete Jochen Maetje über die aktuellen Fokusthemen und Herausforderungen der Finanz Informatik.
 
Der „richtige Mix“ aus den Erwartungen des Marktes bildet die Grundlage für die technische Plattform der Zukunft. Mobile Geräte, Social, Cloud und Information greifen ineinander und bilden ein nutzergetriebenes Ökosystem des Computings.
 
Maetje informierte einerseits über innovative digitale Lösungen für die Sparkassenkunden – von Kwitt und Fotoüberweisung über YOMO bis hin zu my mobile office, andererseits werden die nachhaltigen Kostenreduzierungen wie geplant an die Sparkassen weitergegeben. Gegenläufig wirken Zusatzbeauftragungen wie die steigende Anzahl an Sparkassenfusionen, deutlich höheres APA-Entwicklungsbudget und steigende Wartung durch Regulatorik, so Maetje.

Ulrich Dickamp, Geschäftsführer UDM Unternehmensberatung für Informationstechnologie GmbH und langjähriger Partner der Sparkassen bundesweit, prognostizierte erneut mit konkreten Zahlen die wirtschaftlichen Herausforderungen der Sparkassen.

Jede Bank oder Sparkasse kann oder muss ihr eigenes Risiko von heute bis 2020 bestimmen und Kompensationsmaßnahmen veranlassen, denn die sich abzeichnenden Herausforderungen lassen sich nicht mehr durch Kurieren an den Symptomen beheben, sondern es muss ein Wandel durch die Republik gehen, stellte Dickamp fest.

Der „Betrieb der Sparkassen“ muss wie der Vertrieb neu organisiert und systematisch konzipiert werden. „Je früher man damit anfängt, desto entspannter könne man planen.“
Über das ganzheitliche Analysieren, Planen und Steuern mittels des Strategie-Kompasses berichteten André Welke, verantwortlicher Teamleiter in der Abteilung Steuerung des OSV, und Prof. Dr. Roland Schwesig, Geschäftsführer der Context Data GmbH & Co. KG.

Mit Hilfe des Strategie-Kompass können die Organisatoren und Controller der Sparkassen Optimierungspotentiale für die Sparkassen erkennen, die Ziele Top down und Bottom up planen und Maßnahmen einleiten, ganz nach dem Prinzip „von Sparkassen für Sparkassen“.

Steffen Rönnecke, Referent Risikomanagement in der Abteilung Steuerung des OSV und Mitglied in Arbeitskreisen der SR informierte die Teilnehmer über den geplanten und teils begonnenen sukzessiven Übergang der Umsetzungsunterstützung der Banksteuerung in die Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH (SR). Er zeigte die aktuellen Projekte und Arbeitsstände der SR auf und fasste für die Teilnehmer anschaulich die Arbeitsmethodiken und Standards zusammen.
 
In verschiedenen Workshops wurden weitere Lösungsansätze und Instrumente zur Begegnung der Herausforderungen seitens des Controllings bzw. der Organisation vorgestellt und diskutiert. Die Zinsbuchsteuerung und der SRPE bisldeten dabei zwei Blöcke, ebenso wie IT-Prüfungsthemen und die Umsetzungsunterstützung im Prozessmanagement mittels PPS_neo.
 
Während der Pausen wie auch zur gemeinsamen Abendveranstaltung waren die Themen vielfältiger Gesprächsanlass. In den anschließenden Orga- und Controlling-Ringen wurden einzelne Bereiche durch vertiefende Diskussionen abgerundet.
 

Markus Volke, Leiter Abteilung Steuerung des OSV
Jochen Maetje, Bereichsleiter Vertrieb Nord/Ost der Finanz Informatik
Geschäftsführer UDM GmbH, Ulrich Dickamp
André Welke, Teamleiter Abteilung Steuerung des OSV
Prof. Roland Schwesig, Geschäftsführender Gesellschafter Context Data GmbH & Co. KG
Moderator Thomas Hentschel (NOSA)
Steffen Rönnecke, Referent Abteilung Steuerung des OSV
aufmerksames Auditorium
Thomas Tränkner, Referent Abteilung Steuerung des OSV
Ulrike Zint & Katarzyna Wojcik, Referentinnen Abteilung Steuerung des OSV

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