Sparkassen-Tourismusbarometer für Sachsen – Übernachtungszahlen und Gästezufriedenheit auf hohem Niveau

Ein „Like“ für Sachsen

Hoyerswerda, 23. August 2018   Sachsen wird bei Touristen immer beliebter. Dies geht aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer 2018 des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) hervor, dessen landesspezifische Ergebnisse der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, am Donnerstag in  Hoyerswerda vorstellte. Vor allem das Luther-Jahr kurbelte die Besucherzahlen 2017 in Sachsen an, die Betriebe erreichten erstmals 19 Millionen Übernachtungen.

Dieser Trend setzt sich fort. In den ersten fünf Monaten 2018 stieg die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen  um jeweils 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die sächsischen Betriebe meldeten in den ersten fünf Monaten 2018 2,9 Millionen Gästeankünfte und 7,3 Millionen Übernachtungen. Für das gesamte Jahr 2017 lag der Zuwachs bei den Übernachtungen bei 4,1 Prozent.

Auch die Zufriedenheit der Gäste in Sachsen wächst. Sachsen erreichte 2017 einen Trust Score von 83,3 Punkten, das sind 0,4 Punkte mehr als 2016, und übertrifft sowohl den ostdeutschen Trust Score (82,5 Punkte) als auch den deutschlandweiten Wert (82,8 Punkte). Der Trust Score fasst Gästebewertungen auf über 30 Onlineplattformen für Hotels zu einem Gesamtwert der Gästezufriedenheit zusammen, maximal 100 Punkte können erreicht werden.

„Erfolg im Tourismus braucht eine konsequente Qualitätsorientierung und kundennahe Ausrichtung,“ betonte Ermrich und forderte die Touristiker auf, vorhandene Informationsquellen zu nutzen: „Mit dem Sparkassen-Tourismusbarometer möchten wir auch aufzeigen, welche Chancen die Digitalisierung bietet, Informationsquellen zu erschließen. Denn um zu wissen, was Gäste wollen, brauchen wir ein leistungsfähiges Tourismusmonitoring und ein flexibles Datenmanagement.“

Das aktuelle Sparkassen- Tourismusbarometer sieht mit 27,5 Millionen Gästen und 80,4 Millionen Übernachtungen im Jahr 2017 Rekorde bei den Übernachtungen in Ostdeutschland. Jedes zweite der 50 ostdeutschen Reisegebiete bilanzierte ein Allzeithoch bei den Übernachtungen. Gleichzeitig sind die Marktanteile ostdeutscher Betriebe weiter auf 17,5 Prozent gesunken.

Alle Reisegebiete im Plus

Erfreulich entwickelt sich die Bilanz in den sächsischen Reisegebieten. Alle Reisegebiete meldeten im Zeitraum Januar bis Mai 2018 Nachfragezuwächse bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Angeführt von der Sächsischen Schweiz (+ 11,7 Prozent) verzeichneten auch Dresden (+ 9,5 Prozent) und Leipzig (+ 9,1 Prozent) überdurchschnittliche Zuwächse. Auch in Oberlausitz/Niederschlesien  (+ 6,3 Prozent), im Sächsischen Elbland (+ 5,9 Prozent), im Vogtland
(+ 4,4 Prozent), im Sächsischen Burgen- und Heideland (+ 4 Prozent), in der Stadt Chemnitz (+ 3,4 Prozent) und im Erzgebirge (+ 0,9 Prozent) freuten sich die Touristiker über Nachfragezuwächse.

Steigende Nachfrage aus dem Ausland

Insgesamt wird der Tourismus in Sachsen durch eine stabile Nachfrage von Gästen aus Deutschland getragen, weitaus dynamischer zeigt sich die Nachfrage aus dem Ausland.

Während in Sachsen in den ersten fünf Monaten 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 5,9 Prozent mehr Ankünfte und 5,4 Prozent mehr Übernachtungen von Gästen aus Deutschland gezählt wurden,
lag die Auslandsnachfrage bei 10,5 Prozent mehr Ankünften und
15,8 Prozent mehr Übernachtungen.

Gäste mit Qualität zufrieden

Ausführlich beschäftigt sich das Sparkassen-Tourismusbarometer mit Qualitätsstandards. Insgesamt ist die Gästezufriedenheit in Sachsen 2017 gegenüber 2016 gestiegen und erreicht in den meisten sächsischen Reisegebieten ein hohes Niveau. Der Trust Score verbesserte sich in der Sächsischen Schweiz (+ 0,8 Punkte) auf 85,5 Punkte, im Erzgebirge (+ 0,6 Punkte) auf 84,2 Punkte und erreichte auch in der Oberlausitz mit 83,7 Punkten und in Dresden/Elbland mit 83,5 Punkten überdurchschnittlich gute Werte. Auch das sächsisch-thüringische Vogtland erreichte 83,2 Punkte, hier war die Gästezufriedenheit allerdings 2016 0,8 Punkte höher als 2017. Chemnitz/Zwickau (81,3 Punkte) und die Region Leipzig (80,6 Punkte) bildeten 2017 die Schlusslichter.

Das Tourismusbarometer sieht kaum Serviceprobleme bei Hotels. Der Service erreicht in Sachsen Werte von über 90 Punkten. Die Kunden bewerten die Außenanlagen gut ebenso wie das Essen und Trinken. Negativbewertungen werden bei Zimmern und Preisen abgegeben und insbesondere bei der WLAN-Versorgung (knapp 60 Punkte).

Gäste suchen das Besondere – Strategien für Beherbergungsmarkt

Betriebe müssen sich fragen: Was verlangen die Gäste? Gefordert sind hier auch Tourismusorganisationen, Branchenverbände und die öffentliche Hand. Sie können und müssen den Wandel im Beherbergungsmarkt strategisch unterstützen. Als Zukunftstrends benennt das Tourismusbarometer neben Low Budget Konzepten individuelle Angebote mit spezifischen Themenkonzepten, aber die Ausrichtung als Luxusbetriebe und die Kettenhotellerie sind erfolgversprechende Strategien.

Budgetangebote: Moderne Low Budget Hotels haben sich mit durchdachten Geschäftsmodellen vom verstaubten Image entfernt und erreichen heute einen beachtlichen Teil des Branchenumsatzes. In der Regel bieten die Betriebe ihren Gästen nur Leistungen an, die tatsächlich von ihnen erwartet und benötigt werden. Viele Betriebe verzichten auf ein Hotelrestaurant und der Rezeptionist ist häufig auch für die Bar verantwortlich. Somit kommen die betriebsinternen Prozesse mit weniger Personal aus und sind hochstandardisiert. Dabei bieten sie oftmals modernes Design und Ambiente. Erfolgsfaktoren von Budget-Betrieben sind Prozessstandards, Effizienz, hohe Zimmerzahl und ein optimales Preis- / Leistungsverhältnis.

Konzeptbetriebe: Die Gäste wünschen sich eine klare Positionierung und möchten authentische Erlebnisse. Anbieter brauchen ein eigenes „Thema“ oder müssen die Angebote auf die besonderen Wünsche von Zielgruppen, z. B. Familien mit Kindern oder Radler, ausrichten. Hier gibt es Nachholbedarf. Nur 69 Prozent aller Betriebe in Sachsen vermarkten ein klares Profil. Erfolgsfaktoren von Themen- und Konzeptbetrieben sind eine Nischenstrategie, der Zielgruppenfokus, Authentizität und die Vermeidung von Standards.

Luxusbetriebe: Hauptzielgruppe für Luxusangebote sind erfahrene, kaufkräftige Reisende. Luxusreisende verlangen authentische, individuelle und genussorientierte Angebote. Dabei sind nicht nur große Hotels gefragt, auch kleinere, exklusive Boutique-Hotels, private Ferienhäuser und Glamping sind unter Luxusreisenden gefragt. Das ist auch eine Chance für kleinere Betriebe und private Anbieter. Erfolgsfaktoren für Luxusbetriebe sind erlebnisreiche und prestigeträchtige Angebote, Individualität und Exklusivität, ein hohes Maß an Service, Top-Ausstattung und beste Lage.

Kettenbetriebe: Der Anteil der Markenhotellerie in Sachsen liegt bei 7 Prozent, im gesamten Bundesgebiet sind es 13 Prozent, ostdeutschlandweit 6 Prozent. Nur in den großen Städten Leipzig (32 Prozent), Dresden (22 Prozent) und Chemnitz (11 Prozent) liegen die Werte höher. Erfolgsfaktoren für Kettenbetriebe sind ihre Finanzkraft, die Markenbildung, die Standardisierungsmöglichkeiten und die Diversifizierung.

Chancen für kleine, inhabergeführte Betriebe

Überwiegend kleine Betriebe prägen zu zwei Dritteln den ostdeutschen Beherbergungsmarkt. In Sachsen stellen Pensionen und Gasthöfe 37 Prozent der Betriebe und 13 Prozent der Betten. Die kleinen Betriebe, Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder Campingplätze, haben zukünftig gute Marktchancen, die es verstehen die genannten Erfolgsfaktoren auf den eigenen Betrieb zu übertragen. Diese Betriebe können ihre Marktstellung festigen, wenn sie in die Inszenierung des Themas sowie in die feste Verankerung und Vernetzung in der Region investieren.

Weitere Informationen zum Tourismusbarometer im Internet unter: www.tourismusbarometer.de  

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