Einlagenwachstum und Kreditnachfrage halten an

Ermrich: Sparkassen sind Garant wirtschaftlicher Entwicklung

Berlin, 19. Februar 2019   Die 45 Mitgliedssparkassen im Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV) haben sich auch 2018 gut behauptet. Erneut verzeichneten sie ein Plus bei den Einlagen. Die Kreditvergabe bewegte sich nahezu auf Vorjahresniveau, erläuterten der Geschäftsführende
OSV-Präsident, Dr. Michael Ermrich, und der Verbandsgeschäftsführer, Wolfgang Zender, am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

Ermrich war zufrieden mit der Geschäftsentwicklung: Die Sparkassen hätten sich trotz schwerer Bedingungen gut behauptet. Die einzelnen Institute hätten gute Arbeit geleistet und ihre Geschäfte bei wachsendem Wettbewerbsdruck weiter ausgebaut. „Die Botschaft des abgelaufenen Jahres lautet: ostdeutsche Sparkassen sind weiterhin wirtschaftlich erfolgreich, solide und wetterfest aufgestellt und sie garantieren Finanzdienstleistungen in hoher Qualität langfristig zuverlässig sowie berechenbar. Darüber hinaus bringen sie sich in die Entwicklung ihres Geschäftsgebietes ein und fördern das gesellschaftliche Zusammenleben.“

In den dreißig Jahren seit dem Fall der Mauer hätten die kommunal getragenen Sparkassen ihren Beitrag zur Entwicklung in den Städten und Landkreisen geleistet. „Trotz bestimmt vorhandener Unzulänglichkeiten im Projekt Deutsche Einheit überwiegen die Erfolge, leben wir heute weitaus besser als das damals denkbar war. Politisch sind wir freier und zudem international vernetzt, auch in der EU.“

Ermrich betonte: „Stärke der EU muss es sein, zentrale internationale Aufgaben zu bewältigen, beispielsweise in der Verteidigungs- und Außenpolitik und der Migrationspolitik. Gleichzeitig bleibe das Subsidiaritätsprinzip die Stärke der EU. Das Erfolgsrezept lautet Einheit in Vielfalt. Und genau so steht es noch immer in den Verträgen zur EU. Darum identifizieren sich die Sparkassen mit der europäischen Idee und darum werben wir stets dafür.“

„Überregulierung und kleinteilige Lösungen seien das Gegenteil von Subsidiarität und vergrößerten die Unzufriedenheit mit Europa. Nationale Besonderheiten seien zu berücksichtigen. Deutschland habe Erfolg auf der Basis von Föderalismus, Dezentralität, des Drei-Säulen-Modells im Bankensektor und kommunaler Selbstverwaltung.“

Geschäftsentwicklung der OSV-Mitgliedssparkassen


Kreditvergabe steigt

Die Kreditnachfrage boomt weiter. Im vergangenen Jahr vergaben die Sparkassen neue Kredite in Höhe von 10,6 Mrd. Euro und damit annähernd soviel wie 2017. Die Sparkassen bewilligten 5,6 Mrd. Euro für Unternehmen und Selbständige (- 0,3 Prozent Veränderung ggü. gleichem Vorjahreszeitraum) und 4,6 Mrd. Euro für Privatpersonen (+ 4,3 Prozent Veränderung ggü. gleichem Vorjahreszeitraum). In den zurückliegenden Jahren stieg die Kreditvergabe stetig an. Sie lag Ende 2018 um rund 30 Prozent über dem Wert von 2014. Ein Plus verzeichneten die Sparkassen bei den Wohnungsbaufinanzierungen. Hier bewilligten sie neue Kredite in Höhe von 5,3 Mrd. Euro (+ 2,9 Prozent Veränderung ggü. gleichem Vorjahreszeitraum). 

Das Kreditvolumen stieg 2018 auf 57 Mrd. Euro (+ 6,8 Prozent seit Jahresbeginn), davon entfielen 27,6 Mrd. Euro (+ 9,6 Prozent seit Jahresbeginn) auf Unternehmen und Selbständige und 23,1 Mrd. Euro (+ 7,4 Prozent seit Jahresbeginn) auf Privatpersonen. 

„Die Sparkassen sind seit der Wiedervereinigung Garant der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland“, betonte Ermrich. „In den letzten gut 29 Jahren haben die Mitgliedssparkassen des OSV auf der Basis der neuen Möglichkeiten insgesamt 200 Mrd. Euro in Form von Krediten an Privatpersonen, Freiberufler, Handwerker und andere Mittelständler sowie an öffentliche Haushalte ausgereicht. Sie haben damit einen großen Beitrag zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung und zum Arbeitsplatzaufbau in ihren Geschäftsgebieten geleistet. Auch indirekt über eigene Aufträge an die Bauwirtschaft und an örtliche Dienstleister.“

Einlagenwachstum hält an – Plus bei kurzfristig verfügbaren Anlagen

Das Einlagenwachstum der Sparkassenkunden setzte sich auch 2018 fort, und zwar seit Jahresbeginn um 5,4 Prozent auf 104 Mrd. Euro.

Die gesamte Geldvermögensbildung stieg bei den Sparkassen auf 6,86 Mrd. Euro (+ 76,9 Prozent Veränderung ggü. gleichem Vorjahreszeitraum).

Die Kunden bevorzugten die kurzfristig verfügbaren Sichteinlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten. Das Volumen der Sichteinlagen stieg seit Jahresbeginn um 10,9 Prozent auf 58,9 Mrd. Euro. Begehrt waren auch Spareinlagen mit normaler Verzinsung, deren Anteil um 19,9 Prozent auf 13,5 Mrd. stieg.

Erneut gefragt waren Wertpapiere. Der Umsatz im Kundenwertpapier-geschäft betrug 8,1 Mrd. Euro (- 4,5 Prozent Veränderung ggü. gleichem Vorjahreszeitraum), der Nettoabsatz lag bei 1,5 Mrd. Euro (+ 9,2 Prozent Veränderung ggü. gleichem Vorjahreszeitraum).

Weiter engagiert für Gemeinwohl

Im vergangenen Jahr stellten die Sparkassen und ihre Stiftungen 51,8 Millionen Euro für Sponsoringvorhaben und Stiftungsprojekte aus den Bereichen Sport, Kultur, Jugend, Soziales, Umweltschutz und Forschung zur Verfügung. Der Wert liegt unter dem des Vorjahres (54,6 Millionen Euro).

OSV-Sparkassen behaupten sich

Erneut erreichten die ostdeutschen Sparkassen mit 1,04 Prozent der DBS (1,24 Mrd. Euro) einen ordentlichen Wert im Betriebsergebnis vor Bewertung. Zugleich zahlten die OSV-Sparkassen Steuern im Inland in Höhe von rund 333,8 Millionen Euro, etwa 13,9 Millionen Euro weniger als 2017.

Die Cost-Income-Ratio lag 2018 bei 59,5 Prozent und war damit etwas schlechter als im Vorjahr (58,0 Prozent). Der vergleichbare Wert der großen deutschen Privatbanken bewegte sich nach wie vor deutlich über 80 Prozent.

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