Berlin, 07. Februar 2012 Die Menschen in Brandenburg blicken optimistisch in die Zukunft und setzen verstärkt auf Wohneigentum. Kredite für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims haben 2011 die Kreditnachfrage zusätzlich angekurbelt, erläuterte der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Claus Friedrich Holtmann, am Dienstag vor Journalisten in Berlin. „Offenbar bewerten viele Brandenburger vermehrt Wohneigentum in als unsicher empfundenen Zeiten als sichere Anlage.“
Mehr Kreditzusagen
Wohnungsbaukredite
Die elf OSV-Mitgliedssparkassen in Brandenburg bewilligten im vergangenen Jahr neue Kredite für den Erwerb von Wohneigentum in Höhe von 732 Mio. Euro (+13,8 Prozent). Davon entfielen auf die Finanzierungen von Neubauten 196 Mio. Euro (+25,6 Prozent) und auf den Kauf und Erwerb von Eigentum 483 Mio. Euro (+12,2 Prozent).
Unternehmenskredite
Nach wie vor gefragt waren in Brandenburg 2011 Kredite für Selbstständige und Unternehmen. Neue Kredite in Höhe von 665 Mio. Euro wurden zugesagt, das waren +11,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
Holtmann verwies darauf, dass die Darlehenszusagen anstiegen. „Wir stellen fest, dass Kredite vor allem für langfristige Investitionen beantragt werden, beispielsweise in neue Techniken oder für Produktentwicklung. Für kurzfristige, einmalige Ausgaben greifen unsere Firmenkunden eher auf liquide Mittel zurück.“
Wachsendes Kreditvolumen
Neben den Kreditzusagen wuchs in Brandenburg auch das Kreditvolumen im Marktsegment „Unternehmen und Selbstständige“ (+269 Mio. Euro/+8,6 Prozent).
Im Handwerk und der Gruppe der Selbstständigen bleiben die Sparkassen unangefochtener Marktführer. Ihr Marktanteil beim Kreditbestand beträgt 78,8 Prozent bzw. 45,6 Prozent.
Der Kreditbestand über alle Kundengruppen bei den Sparkassen in Brandenburg lag Ende 2011 bei 8,5 Mrd. Euro (+632 Mio. Euro/+8,0 Prozent).
Wenig Kreditausfälle
Holtmann verwies auf eine weitere positive Entwicklung. Die Anzahl der Kreditausfälle ist weiter gesunken, die Sparkassen konnten ihre Risikovorsorge weiter verringern.
Vor allem als kritisch eingestufte Unternehmen hätten sich positiv entwickelt. Sanierungsmaßnahmen in den betroffenen Unternehmen hätten gegriffen, wobei hier Sparkassen häufig aktiv beteiligt seien,z. B. durch Forderungsverzichte oder Zinsstundungen.
Holtmann bewertet diese „erfreuliche Entwicklung als Beleg für die gute Wirtschaftsentwicklung in Brandenburg: Viele Betriebe werden zum Motor der Entwicklung, die Zahl der Sorgenkinder sinkt.“
Moderates Einlagenwachstum hält an
Im vergangenen Jahr haben die brandenburgischen Sparkassenkunden ihre Einlagen noch einmal um +321 Mio. Euro (+1,7 Prozent) aufgestockt. Sie betragen nach Angaben Holtmanns nun 19,2 Mrd. Euro. Dabei hielt der Trend zu eher kurzfristigen und als sicher geltende Geldanlagen weiter an. Vor allem Termingelder (+163 Mio. Euro/+18,3 Prozent) waren gefragt.
Wertpapiere wieder beliebter
Insgesamt verzeichneten die Sparkassen ein gutes Wertpapiergeschäft. Hier stieg der Umsatz gegenüber 2010 um +84 Mio. Euro an und erreichte 1,7 Mrd. Euro. Vor allem festverzinsliche Wertpapiere waren gefragt (für 548 Mio. Euro Gesamtwert gekauft, für 280 Mio. Euro Gesamtwert verkauft).
Brandenburgische Sparkassen behaupten Spitzenplatz
Die insgesamt guten Geschäfte der Sparkassen des Landes schlugen sich in einem ausgezeichneten Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,60 Prozent der DBS nieder. Damit wurde das gute Vorjahresergebnis nahezu erreicht, die brandenburgischen Sparkassen erreichen erneut in der Sparkassenorganisation den Spitzenplatz.
Die Cost Income Ratio lag 2011 bei 50,89 Prozent, damit wurde das Vorjahresniveau verbessert.


