Berlin, 07. Februar 2012 Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern blicken optimistisch in die Zukunft und setzen verstärkt auf Wohneigentum. Kredite für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims haben 2011 die Kreditnachfrage zusätzlich angekurbelt, erläuterte der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Claus Friedrich Holtmann, am Dienstag vor Journalisten in Berlin. „Offenbar bewerten viele Mecklenburg-Vorpommerner vermehrt Wohneigentum in als unsicher empfundenen Zeiten als sichere Anlage.“
Mehr Kreditzusagen
Wohnungsbaukredite
Die zehn OSV-Mitgliedssparkassen in Mecklenburg-Vorpommern bewilligten im vergangenen Jahr neue Kredite für den Erwerb von Wohneigentum in Höhe von 422 Mio. Euro (+5,9 Prozent). Davon entfielen auf die Finanzierungen von Neubauten 157 Mio. Euro (+37,3 Prozent).
Unternehmenskredite
Weniger gefragt waren in Mecklenburg-Vorpommern 2011 Kredite für Selbstständige und Unternehmen. Neue Kredite in Höhe von 373 Mio. Euro wurden vergeben, das waren -2,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
„Gerade in Mecklenburg-Vorpommern greifen unsere Firmenkunden bei Investitionen eher auf Eigenkapital und liquide Mittel zurück“, so Holtmann.
Wachsendes Kreditvolumen
Im Unterschied zu den Kreditzusagen stieg in Mecklenburg-Vorpommern das Kreditvolumen im Marktsegment „Unternehmen und Selbstständige“ leicht an (+ 9 Mio. Euro/+0,4 Prozent).
Im Handwerk und der Gruppe der Selbstständigen bleiben die Sparkassen unangefochtener Marktführer. Ihr Marktanteil beim Kreditbestand beträgt 79,6 Prozent bzw. 41,2 Prozent.
Der Kreditbestand über alle Kundengruppen bei den Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern lag Ende 2011 bei 6 Mrd. Euro (+79 Mio. Euro/+1,4 Prozent).
Wenig Kreditausfälle
Holtmann verwies auf eine weitere positive Entwicklung. Die Anzahl der Kreditausfälle ist weiter gesunken, die Sparkassen konnten ihre Risikovorsorge weiter verringern.
Vor allem als kritisch eingestufte Unternehmen hätten sich positiv entwickelt. Sanierungsmaßnahmen in den betroffenen Unternehmen hätten gegriffen, wobei hier Sparkassen häufig aktiv beteiligt seien, z. B. durch Forderungsverzichte oder Zinsstundungen.
Holtmann bewertet diese „erfreuliche Entwicklung als Beleg für die gute Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Viele Betriebe werden zum Motor der Entwicklung, die Zahl der Sorgenkinder sinkt.“
Moderates Einlagenwachstum hält an
Im vergangenen Jahr haben die Sparkassenkunden des Landes ihre Einlagen noch einmal um +92,2 Mio. Euro (+0,9 Prozent) aufge-stockt. Sie betragen nach Angaben Holtmanns nun 10 Mrd. Euro. Dabei hält der Trend zu eher kurzfristigen und als sicher geltende Geldanlagen weiter an. Vor allem Termingelder (+31,5 Mio. Euro/+12,3 Prozent) waren gefragt.
Wertpapiere beliebt
Insgesamt verzeichneten die Sparkassen ein gutes Wertpapier-geschäft. Hier stieg der Umsatz gegenüber 2010 um +43,6 Mio. Euro an und erreichte 817 Mio. Euro. Vor allem festverzinsliche Wertpapiere waren gefragt (für 170 Mio. Euro Gesamtwert gekauft, für 103 Mio. Euro Gesamtwert verkauft).
Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich
Die insgesamt guten Geschäfte der Sparkassen des Landes schlugen sich in einem ausgezeichneten Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,35 Prozent der DBS nieder. Damit wurde das gute Vorjahresergebnis deutlich übertroffen.
Die Cost Income Ratio lag 2011 bei 60,76 Prozent, damit wurde auch hier das Vorjahresniveau verbessert.


