Berlin, 07. Februar 2012 Die Ostdeutschen blicken optimistisch in die Zukunft und setzen verstärkt auf Wohneigentum. Kredite für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims haben 2011 die Kreditnachfrage zusätzlich angekurbelt, erläuterte der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Claus Friedrich Holtmann, am Dienstag vor Journalisten in Berlin. „Offenbar bewerten viele Ostdeutsche vermehrt Wohneigentum in als unsicher empfunden Zeiten als sichere Anlage.“
Mehr Kreditzusagen
Wohnungsbaukredite
Die bis zum 31.12.2011 48 Mitgliedssparkassen des OSV in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt bewilligten im vergangenen Jahr neue Kredite für den Erwerb von Wohneigentum in Höhe von 2,5 Mrd. Euro (+16,1 Prozent). Davon entfielen auf die Finanzierungen von Neubauten 784 Mio. Euro (+65,9 Prozent) und auf den Kauf und Erwerb von Eigentum 1,6 Mrd. Euro (+7,1 Prozent).
Unternehmenskredite
Nach wie vor gefragt waren 2011 Kredite für Selbstständige und Unternehmen. Neue Kredite in Höhe von 3,2 Mrd. Euro wurden zugesagt, das waren +7,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Holtmann verwies darauf, dass die Darlehenszusagen zum vierten Mal in Folge anstiegen. „Wir stellen fest, dass Kredite vor allem für langfristige Investitionen beantragt werden, beispielsweise in neue Techniken oder für Produktentwicklung. Für kurzfristige, einmalige Ausgaben greifen unsere Firmenkunden eher auf liquide Mittel zurück.“ Die Bereitschaft von Unternehmen, langfristige Verpflichtungen einzugehen, beweist: „Die ostdeutschen kleinen und mittleren Unternehmen sind gut aufgestellt, sie haben allen Grund optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft zu schauen.“
Alle Kundengruppen
Die Kreditzusagen über alle Kundengruppen hinweg lagen bei 6,4 Mrd. Euro (+2,4 Prozent).
Wachsendes Kreditvolumen
Neben den Kreditzusagen wuchs auch das Kreditvolumen im Marktsegment „Unternehmen und Selbstständige“ (+1,2 Mrd. Euro/+7,7 Prozent).
Im Handwerk und der Gruppe der Selbstständigen bleiben die Sparkassen unangefochtener Marktführer. Ihr Marktanteil beim Kreditbestand beträgt 80 Prozent bzw. 42,3 Prozent.
Der Kreditbestand über alle Kundengruppen lag Ende 2011 bei 38,4 Mrd. Euro (+1,7 Mrd. Euro/+4,6 Prozent).
Wenig Kreditausfälle
Bestätigt in seiner positiven Einschätzung sieht sich Holtmann durch eine weitere erfreuliche Entwicklung: Die Anzahl der Kreditausfälle ist weiter gesunken, die Sparkassen konnten ihre Risikovorsorge weiter verringern, sodass sie per Saldo kaum Wertberichtigungen vornehmen mussten. Dies betraf sowohl Kunden im gewerblichen Bereich als auch Privatkunden.
Vor allem als kritisch eingestufte Unternehmen hätten sich positiv entwickelt. Sanierungsmaßnahmen in den betroffenen Unternehmen hätten gegriffen, wobei hier Sparkassen häufig aktiv beteiligt seien, z. B. durch Forderungsverzichte oder Zinsstundungen.
Holtmann bewertet diese „erfreuliche Entwicklung als Beleg für die gute Wirtschaftsentwicklung in Ostdeutschland. Viele Betriebe werden zum Motor der Entwicklung, die Zahl der Sorgenkinder sinkt.“
Moderates Einlagenwachstum hält an
Im vergangenen Jahr haben die Sparkassenkunden ihre Einlagen noch einmal um +793 Mio. Euro (+1,0 Prozent) aufgestockt. Sie betragen nach Angaben Holtmanns nun 83 Mrd. Euro. Dabei hielt der Trend zu eher kurzfristigen Geldanlagen weiter an. Vor allem Sichteinlagen, deren Volumen um +688 Mio. Euro wuchs (+2,1 Prozent), aber auch Termingelder (+111 Mio. Euro/+4,1 Prozent) waren gefragt.
Wertpapiere wieder beliebter
Insgesamt verzeichneten die Sparkassen ein gutes Wertpapiergeschäft. Hier stieg der Umsatz gegenüber 2010 um +335 Mio. Euro an und erreichte 7,3 Mrd. Euro. Die Kunden kauften vor allem festverzinsliche Wertpapiere (für 1,7 Mrd. Euro Gesamtwert gekauft, für 1,0 Mrd. Euro Gesamtwert verkauft).
OSV-Sparkassen behaupten Spitzenplatz
Die insgesamt guten Geschäfte der Sparkassen schlugen sich in einem ausgezeichneten Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,29 Prozent der DBS nieder. Damit wurde das gute Vorjahresergebnis noch einmal übertroffen, die OSV-Sparkassen nehmen erneut den Spitzenplatz in der Sparkassenorganisation ein. Mitte des vergangenen Jahres ging der Verband nach einem Ergebnis von 1,27 Prozent DBS in 2010 noch von einem leichten Rückgang auf 1,21 Prozent DBS für 2011 aus.
Die Cost Income Ratio lag 2011 bei 58,65 Prozent, damit wurde das Vorjahresniveau ebenfalls verbessert.


