Berlin, 07. Februar 2012 Die Menschen in Sachsen blicken optimistisch in die Zukunft und setzen verstärkt auf Wohneigentum. Kredite für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims haben 2011 die Kreditnachfrage zusätzlich angekurbelt, erläuterte der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Claus Friedrich Holtmann, am Dienstag vor Journalisten in Berlin. „Offenbar bewerten viele Sachsen vermehrt Wohneigentum in als unsicher empfundenen Zeiten als sichere Anlage.“
Mehr Kreditzusagen
Wohnungsbaukredite
Die zum 31.12.2011 14 OSV-Mitgliedssparkassen in Sachsen bewilligten im vergangenen Jahr neue Kredite für den Erwerb von Wohneigentum in Höhe von 857 Mio. Euro (+29,0 Prozent). Davon entfielen auf die Finanzierungen von Neubauten 222 Mio. Euro (+66,8 Prozent) und auf den Kauf und Erwerb von Eigentum 582 Mio. Euro (+26,1 Prozent).
Unternehmenskredite
Nach wie vor gefragt waren in Sachsen 2011 Kredite für Selbststän- dige und Unternehmen. Neue Kredite in Höhe von 1,6 Mrd. Euro wurden vergeben, das waren +15,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
„Wir stellen fest, dass Kredite vor allem für langfristige Investitionen beantragt werden, beispielsweise in neue Techniken oder für Produktentwicklung. Für kurzfristige, einmalige Ausgaben greifen unsere Firmenkunden eher auf liquide Mittel zurück“, so Holtmann.
Alle Kundengruppen
Insgesamt bewilligten die sächsischen Sparkassen über alle Kundengruppen hinweg 2011 Kredite in Höhe von 2,8 Mrd. Euro.
Wachsendes Kreditvolumen
Neben den Kreditzusagen wuchs in Sachsen auch das Kreditvolumen im Marktsegment „Unternehmen und Selbstständige“ (+634 Mio. Euro/+10,0 Prozent).
Im Handwerk und der Gruppe der Selbstständigen bleiben die Sparkassen unangefochtener Marktführer. Ihr Marktanteil beim Kreditbestand beträgt 78,9 Prozent bzw. 38,6 Prozent.
Der Kreditbestand über alle Kundengruppen bei den Sparkassen in Sachsen lag Ende 2011 bei 15,3 Mrd. Euro (+790 Mio. Euro/+ 5,4 Prozent).
Wenig Kreditausfälle
Holtmann verwies auf eine weitere positive Entwicklung. Die Anzahl der Kreditausfälle ist weiter gesunken, die Sparkassen konnten ihre Risikovorsorge weiter verringern.
Vor allem als kritisch eingestufte Unternehmen hätten sich positiv entwickelt. Sanierungsmaßnahmen in den betroffenen Unternehmen hätten gegriffen, wobei hier Sparkassen häufig aktiv beteiligt seien, z. B. durch Forderungsverzichte oder Zinsstundungen.
Holtmann bewertet diese „erfreuliche Entwicklung als Beleg für die gute Wirtschaftsentwicklung in Sachsen. Viele Betriebe werden zum Motor der Entwicklung, die Zahl der Sorgenkinder sinkt.“
Moderates Einlagenwachstum hält an
Im vergangenen Jahr haben die sächsischen Sparkassenkunden ihre Einlagen noch einmal um +209 Mio. Euro (+0,6 Prozent) aufgestockt. Sie betragen nach Angaben Holtmanns nun 36,1 Mrd. Euro. Dabei hielt der Trend zu eher kurzfristigen Geldanlagen weiter an. Vor allem Sichteinlagen (+442 Mio. Euro/+2,8 Prozent) waren gefragt.
Wertpapiere waren beliebt
Insgesamt verzeichneten die Sparkassen ein gutes Wertpapiergeschäft. Hier stieg der Umsatz gegenüber 2010 um 80,7 Mio. Euro an und erreichte 3,3 Mrd. Euro. Vor allem festverzinsliche Wertpapiere waren gefragt (für 732 Mio. Euro Gesamtwert gekauft, für 452 Mio. Euro Gesamtwert verkauft).
Sächsische Sparkassen behaupten Spitzenplatz
Die insgesamt guten Geschäfte der Sparkassen des Landes schlugen sich in einem guten Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,15 Prozent der DBS nieder. Damit wurde das gute Vorjahresergebnis bestätigt.
Die Cost Income Ratio lag 2011 bei 60,41 Prozent und damit auf Vorjahresniveau.


