Kreditvergabe weiter auf hohem Niveau – Rekord bei Einlagen

Europa muss nicht alles regeln – lokale Verantwortung erhalten

Berlin, 28. August 2018   Auch nach dem Boomjahr 2017 bewegt sich das Neukreditgeschäft der 45 Mitgliedssparkassen im Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV) weiter auf einem hohen Niveau. So bewilligten sie im ersten Halbjahr 2018 neue Kredite in Höhe von 5,4 Mrd. Euro (Vorjahr 5,3 Mrd. Euro). Davon entfielen 2,8 Mrd. auf Unternehmen und Selbstständige (Vorjahr 2,7 Mrd. Euro). Dies geht aus den Halbjahreszahlen des Verbandes hervor, die der Geschäftsführende Präsident, Dr. Michael Ermrich, und der Verbandsgeschäftsführer, Wolfgang Zender, am Dienstag in Berlin vorstellten.

Darüber hinaus genehmigten die Sparkassen neue Kredite für Privatpersonen in Höhe von 2,4 Mrd. Euro (Vorjahr 2,3 Mrd. Euro). „Die Kreditvergabe bleibt auf einem sehr hohen Niveau, allerdings schwächt sich die Nachfrage in einzelnen Gebieten ab. Offenbar nutzten Kunden Rücklagen und verzichteten auf neue Kredite“, sagte Dr. Ermrich.

Er stellte zudem klar, dass die Niedrigzinsphase gerade bei Sparkassen mit ihrem bodenständigen Kredit- und Einlagengeschäft Spuren hinterlasse. Dennoch blieben die OSV-Sparkassen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe in der Spitzengruppe.

Ausdrücklich lobte Ermrich, dass die Bundesregierung zusätzlich zu den Initiativen zur Stärkung des ländlichen Raums auf Landes- und Bundesebene Bürgerdialoge zu Europa-Themen gestartet habe. Ungeachtet aller Kritik an der Regulierung auf europäischer Ebene forderte er, den Europa-Gedanken zu beleben, das Subsidiaritätsprinzip zu stärken. Schließlich sehen die EU-Verträge dies ja auch so vor. „Europa muss nicht alles abschließend regeln. Und das was geregelt wird, das muss sich zwischen den verschiedenen Lebensrealitäten von Stockholm bis Nikosia, von Lissabon bis Bukarest ausdifferenzieren. Zugleich sollte aber auch auf nationaler Ebene beachtet werden, dass bei der Umsetzung von Brüsseler Richtlinien in nationales Recht, diese nicht noch verkompliziert und ausgebaut werden.“

Geschäftsergebnisse noch zufriedenstellend
Ermrich und Zender zeigten sich mit den Geschäftsergebnissen der Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt noch zufrieden. Angesichts der langandauernden Niedrigzinsphase und den regulatorischen Herausforderungen behaupteten sich die Sparkassen am Markt.

Kreditvolumen wächst
Das Kreditvolumen bei den Sparkassen ist um insgesamt 1,8 Mrd. Euro (+ 3,3 Prozent) auf 55,2 Mrd. Euro gestiegen. Dieses Wachstum verteilte sich auf die Segmente Unternehmen und Selbstständige + 1,4 Mrd. Euro (+ 5,5 Prozent) auf 26,6 Mrd. Euro und auf Privatpersonen + 775 Millionen Euro (+ 3,6 Prozent) auf 22,3 Mrd. Euro. Bei öffentlichen Haushalten/Sonstigen verzeichneten die Sparkassen einen Rückgang um 391 Millionen Euro (- 5,9 Prozent) auf 6,3 Mrd. Euro.

Einlagenwachstum auf Rekordwert

Erneut registrierten die OSV-Sparkassen bereits im ersten Halbjahr ein Einlagenwachstum. Seit Jahresbeginn stiegen die Einlagen um 1,8 Mrd. Euro auf 100,6 Mrd. Euro. Das ist ein neuer Rekord.

Kurzfristige Anlagen gefragt
Nach wie vor bevorzugten die Kunden kurzfristig verfügbare Anlagen. So wuchsen die Sichteinlagen um 4 Prozent auf 55 Mrd. Euro. Der Bestand an Termingeldern erhöhte sich um 15 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro.

Reges Interesse an Wertpapieren

Darüber hinaus handelten die Kunden mit Wertpapieren. Sie kauften Papiere im Wert von 2,8 Mrd. Euro und verkauften Papiere im Wert von 1,7 Mrd. Euro. Der Nettoabsatz betrug 1 Mrd. Euro und lag somit
55,4 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das Geldvermögen der Kunden wuchs in den ersten sechs Monaten um 1,2 Mrd. Euro auf 130,8 Mrd. Euro.

Rentabilitätsentwicklung
Aufgrund von Kostensteigerungen und der Niedrigzinsphase erwarten die OSV-Sparkassen ein niedrigeres Betriebsergebnis vor Bewertung von 0,99 Prozent der Durchschnittsbilanzsumme (DBS). Im vergangenen Jahr lag der entsprechende Wert bei 1,03 Prozent der DBS, tatsächlich erreicht wurden zum Jahresende 2017 1,14 Prozent der DBS.

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