Parlamentarischer Abend des OSV: Sachsen-Anhalt

Ermrich: Sparkassen bauen auf ihre Stärken

Magdeburg, 2. Februar 2017  Die 13 Sparkassen in Sachsen-Anhalt blicken trotz der Niedrigzinsphase auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Institute rechnen mit einem leicht verschlechterten Betriebsergebnis vor Bewertung, teilte der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Dr. Michael Ermrich, auf einem Parlamentarischen Abend des Verbandes in Magdeburg mit.

Die Sparkassen müssten sich weiter mit den Folgen der niedrigen Zinsen auseinandersetzen. Sie seien daher gezwungen, ihr Geld zusammenzuhalten. „Sie sparen und optimieren, sie passen sich an verändertes Kundenverhalten an. Aber sie bauen dennoch ihre Stärken aus. Dazu gehören Kundennähe, digitale Angebote, Qualitätsberatung und Zuverlässigkeit.“, so Ermrich.

Grund zur Beunruhigung bestehe nicht: „Wir sind erfahren, stark, flexibel, flächendeckend präsent, bedürfnisorientiert, multikanal-ansprechbar, innovativ, genießen großes Kundenvertrauen. Unser Geschäftsmodell funktioniert!“

Er bekräftigte, dass die Sparkassen auch in schwierigen Zeiten „Partner der heimischen Wirtschaft und Hausbank der Ostdeutschen bleiben“. Die Sparkassen finanzierten sicheres Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt. Die Kreditbestände bei den Sparkassen des Landes stiegen um 7,3 Prozent und damit etwas mehr als im Vorjahr. Im Segment Unternehmen und Selbständige wuchs der Kreditbestand sogar um 12,2 Prozent (Vorjahr 10,6 Prozent).

Ein Plus von vier Prozent gab es bei den Kundeneinlagen (Vorjahr 3,5 Prozent). Hinzu kam der Ausbau des Verbundgeschäfts mit den Partnern im Sparkassenverbund: der LBS Ostdeutschen Landesbausparkasse AG, der Öffentlichen Lebensversicherung Sachsen-Anhalt, der Öffentlichen Feuerversicherung Sachsen-Anhalt, der DekaBank und dem S Broker. „Mehr als 60 Prozent der Spareinlagen aller Privathaushalte entfallen auf die Sparkassen. Wir sind stolz auf das Vertrauen unserer Kunden.“, so Ermrich.

Kritik äußerte Ermrich zur Überregulierung: „Es ärgert uns, und zwar im Kundeninteresse, wenn der Gesetzgeber Geschäftsfelder zu stark reguliert. Erst recht, wenn kein Bedarf besteht, ja wo es gar zum Kundennachteil wird.“

Beispielhaft nannte er die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, bei der deutsches Recht die strengen EU-Vorgaben noch verschärft hatte.

Ermrich begrüßte, dass die Bundesregierung Hinweise aus dem Sparkassenlager und den Ländern aufnehme und mit dem "Gesetz zur Ergänzung des Finanzdienstleistungsaufsichtsrechts im Bereich der Maßnahmen bei Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems und zur Änderung der Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie" reagiere. „Wenn die EU eine solche Richtlinie schon einführt, darf der deutsche Gesetzgeber sie nicht noch verschärfen.“ 

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