Parlamentarischer Austausch des OSV – Mahnung an Koalitionsverhandlungen

Ermrich: Deutsche Sparer dürfen nicht für alle Risiken in Europa haften

Berlin/Magdeburg, 25. Januar 2018     Der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Dr. Michael Ermrich, hat vor den Brüsseler Plänen zur Einführung einer europaweiten Einlagensicherung (Kürzel: EDIS) gewarnt. „Der Deutsche Bundestag hat bekanntlich diese Idee vor zwei Jahren abgelehnt und dabei sollte es auch bleiben“, sagte Ermrich auf einem Parlamentarischen Abend des Verbandes am Mittwoch in Magdeburg mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen. „Mehr Europa darf nicht weniger Sicherheit für deutsche Sparer bedeuten.“

Natürlich sei es ein sinnvoller Weg, eine dauerhafte Risikoreduzierung im Bankensektor aller Länder zu erreichen. Diese sollte immer Vorrang vor nachträglicher Risiko- und Verlust-Teilung haben. „Es ist aber keinesfalls einzusehen, dass die stabile und risikoarme regionale Kreditwirtschaft einer Sparkasse oder Volksbank in Deutschland über EDIS für Risiken haften soll. Wir haben ein leistungsfähiges und zuverlässiges Haftungssystem und es gibt keinen Grund dafür, dass unsere örtlich verankerten Geldinstitute für global tätige Banken mit völlig anders arbeitenden Geschäftsmodellen haften“, stellte Ermrich klar.

Weiter sagte er, dass die Kunden auf ihre Sparkasse vor Ort bauen können. „Bei allen Veränderungen gehen wir immer von den Bedürfnissen der Kunden aus. Die Geschäftsstelle bleibt der Ankerpunkt des Sparkassenangebots.“ Um diesen Kern gruppierten sich die weiteren Beziehungen zu den Kunden. Es gelte weiter: „Bleiben die Kunden in der Geschäftsstelle, bleibt die Geschäftsstelle am Ort.“ Blieben die Kunden weg, z. B. weil es online bequemer ist, würden manche Geschäftsstellen überflüssig und es müssen andere Formen der Sicherung von Finanzdienstleistungen gefunden werden.

Mehr Kredite

Die 13 Sparkassen des Landes blieben auch 2017 Partner der heimischen Wirtschaft. Sie vergaben in den ersten elf Monaten neue Kredite an Unternehmen und Selbständige in Höhe von 908 Millionen Euro.

Auch die Kreditvergabe an Privatpersonen erreichte mit 832 Millionen Euro einen Spitzenwert. Insgesamt vergaben die Sparkassen neue Kredite in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. „Wir sind und bleiben die Hauptkreditgeber insbesondere des Handwerks und der privaten Haushalte und damit zuverlässige Stützen der wirtschaftlichen Entwicklung“, so Ermrich.  

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