Vorstandstagung Revision am 8. Mai 2017

Berlin, 10. Mai 2017  Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr richteten die Prüfungsstellen des OSV und des SGVSH gemeinsam zum 2. Mal ihre Vorstandstagung Revision am 8. Mai 2017 in Potsdam aus.

Die Resonanz war überaus positiv, denn die beiden Prüfungsstellenleiter Herr WP Dreyer und Herr WP Franzenburg als Gastgeber der Veranstaltung konnten wieder viele „ihrer“ Vorstände begrüßen.

Die Veranstaltung unter dem Motto: „Prüfungen im Kontext der Herausforderungen der Niedrigzinsphase, Regulierung und Digitalisierung - Konsequenzen und Lösungsansätze für Sparkassen“ stellte die aktuellen Entwicklungen des Prüfungswesens sowie Erkenntnisse aus der Prüfungs- und Aufsichtspraxis und  Neuerungen in der Abschlussprüfung in den Fokus des Programms.

Hermann Dreyer eröffnete die Veranstaltung und legte in seinem Vortrag den Fokus auf die Anforderungen an die Eigenkapitalplanung der Sparkassen im Ergebnis des SREP.

Im Anschluss berichtete Burkard Eckes, der als Leiter des Bereichs Banking & Capital Markets bei PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und als Chairman der Banks Working Party der Accountancy Europe (ACE) in dieser Funktion eng verzahnt mit den Aufsichtsbehörden und Standardsetzern wie EBA, EZB und BaFin ist, von seinen Einblicken in die Arbeit dieser Institutionen und zeigte mögliche Entwicklungen für die Sparkassen in gar nicht so weiter Zukunft auf.

In den folgenden beiden Vorträgen standen die Erfahrungen aus bankaufsichtlichen Gesprächen und dem Wirken der EZB bei der HASPA als SI im Mittelpunkt.

Dr. Harald Langenfeld, Vorsitzender des Vorstandes der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig setzte sich kritisch und sehr anschaulich mit den Belastungen des „Regulatorik-Tsunamis“ auseinander.

Dr. Olaf Oesterhelweg von der HASPA machte sehr gut deutlich, mit welchen hohen Mitarbeiterkapazitäten und sonstigen Aufwänden die Anforderungen der EZB zu erfüllen sind. Und das betrifft nicht nur die Kommunikation in Englisch, wie sie von der EZB erwartet wird.

Dirk Franzenburg zeigte mit seinem Beitrag auf, welche Auswirkungen berufsrechtliche Veränderungen einerseits für die testierenden Abschlussprüfer und andererseits für die Institute haben und welche Konsequenzen sich daraus auch für die Kommunikation der Abschlussprüfer mit dem Verwaltungsrat ergeben.

Die Standardisierung der Geschäftsprozesse ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Sparkassen und PPS ist eines der entscheidenden Projekte in dieser Hinsicht. Markus Volke, Leiter der Abteilung Steuerung im OSV, gab einen Überblick zum Stand von PPS. Kathrin Reichl, Wirtschaftsprüferin der Prüfungsstelle des OSV, informierte korrespondierend dazu, wie die Prüfungsstellen den PPS-Prozess begleiten.

Dr. Peter Nettesheim, Geschäftsführer der S-Rating und Risikosysteme GmbH, informierte kurz zum Status der durch die SR übernommenen Aufgaben und wie die Grundlagen der  Zusammenarbeit zwischen SR und Prüfungsstellen ausgestaltet sind. Und darüber hinaus präsentierte er das neue Leistungsangebot der SR, die Sparkassen bei den Prüfungen gemäß § 44 KWG zu unterstützen.

Welche Schlussfolgerungen sich aus der Struktur u.a. für die Zinsänderungsrisiken und mögliche SREP-Zuschläge ergeben können und welche Erkenntnisse die Prüfungsstelle in der Prüfungspraxis dazu gewonnen hat, war das Thema von Jens Mohlau, DEKA Bank, und Wirtschaftsprüfer Silvio Wirth von der Prüfungsstelle des OSV.

Mit einem Vortrag von Dr. Thomas Dietz, dem Leiter des Referats Bankgeschäftliche Prüfungen bei der Deutschen Bundesbank in Berlin, wurde die Vorstandstagung Revision beendet. Er zeigte auf, welche Rolle die EZB aktuell bei bankgeschäftlichen Prüfungen einnimmt und welche Auswirkungen diese Aktivitäten auch auf nationale Prüfungen haben und inwieweit sich Sparkassen als LSI-Institute darauf einrichten müssen, dass die EZB zukünftig Standards und Prüfungsfelder aus SI-Prüfungen auch auf Sparkassen übertragen kann.

Die eintägige Tagung war „vollgepackt“ mit anspruchsvollen Themen, die jetzt und in Zukunft die Arbeit der Abschlussprüfer und der Sparkassen mitbestimmen werden. Gute, d.h. entlastende Botschaften konnten vor allem aufgrund der komplexen und ständig steigenden regulatorischen Anforderungen nur bedingt bekannt gegeben werden. Trotzdem ist die Veranstaltung nach einer vielfach geäußerten Meinung von Teilnehmern eine gute Gelegenheit, komprimiert relevante Entwicklungen des Aufsichtsrechts im Kontext der Abschlussprüfung aufzunehmen und damit das Tätigkeitsumfeld der Sparkassen besser auszuloten.

Kontakt