22. Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

Ermrich: Preisträger sind Vorbilder und Mutmacher

Potsdam/Berlin, 22. November 2018   Wie sehr es sich lohnt, einen Plan zu verfolgen und sich für eine Idee und das Gemeinwesen einzusetzen, beweisen auch in diesem Jahr die Preisträger des Unternehmer-Preises des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV). Bereits zum 22. Mal wurde die begehrte Auszeichnung am Donnerstag in Potsdam an Unternehmen, Kommunen und Vereine verliehen.

„Wir sind beeindruckt, wie viele gute Konzepte jedes Jahr für unseren Unternehmer-Preis ins Rennen gehen. Die hohe Qualität der Bewerber macht unserer Jury die Auswahl recht schwer“, würdigte der Geschäftsführende OSV-Präsident, Dr. Michael Ermrich, die Preisträger.

Ermrich zeichnete je einen Preisträger aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt aus – in den Kategorien „Unternehmen des Jahres“, „Verein des Jahres“ und „Kommune des Jahres“. Die Sieger kommen aus dem Fläming, der Uckermark, Neubrandenburg, Mecklenburg-Schwerin, dem Erzgebirge, dem Landkreis Mittelsachen, dem Landkreis Zwickau und sowie dem Harz.

Unternehmen des Jahres

Die Auszeichnung „Unternehmen des Jahres“ würdigt Betriebe, die sich mit einem modernen Marketing und einem kreativen Potenzial am Markt behaupten und durch stabiles Wachstum dauerhaft Arbeitsplätze schaffen.

Brandenburg – Träume aus Holz
Landessieger Brandenburg ist die SIK-Holzgestaltungs GmbH aus Langenlipsdorf, einem Ortsteil von Niedergörsdorf (Landkreis Teltow-Fläming). Die Holzspielgeräte, Baumhäuser und Klettergerüste des Unternehmens sind gefragt – und das seit 30 Jahren. Bereits vor der politischen Wende erkämpften sich Klaus-Peter und Claudia Gust ein Gewerbe für Holzgestaltung. Holz war kontingentiert in der DDR. Dies galt nicht für das robuste Robinienholz, das typisch für den Fläming ist.

Nach der Wende starteten die Firmengründer durch. Die Nachfrage nach ihren Spielgeräten stieg an. Alle Produkte sind Unikate. Mittlerweile können Kinder in aller Welt auf SIK-Holzgeräten toben, so auch im Freizeitpark Vulcania in Frankreich mit seinem riesigen Vulkan. Im Japanischen Anje klettern die Kleinen auf einem Riesenspielplatz unter anderem auf einem großen Turm.

SIK-Holzgestaltung beschäftigt 216 Mitarbeiter und erwirtschaftet jährlich 15 Millionen Euro Umsatz.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorstandsvorsitzende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, Andreas Schulz, überreichten den Preis an die beiden Geschäftsführer Klaus-Peter Gust und Mark Oelker.

Mecklenburg-Vorpommern – Geht nicht, gibt’s nicht
Unmögliches möglich zu machen, hat sich der Landessieger Mecklenburg-Vorpommern, die autosoft automation & software Günther Tausch GmbH aus Neubrandenburg als Ziel gesetzt. Das Unternehmen entwickelt Komplettlösungen, u.a. im Sondermaschinenbau. Von der Entwicklung über die Konstruktion, Software, Fertigung bis hin zur Inbetriebnahme und Wartung liefert es alles aus einer Hand. Wird eine Anwendung benötigt, die es auf dem Markt nicht gibt, finden die Ingenieure und Techniker von autosoft die Lösung und werden so zum Problemlöser für den Mittelstand.

Die vielseitige Produktlinie reicht von der Automatisierung von Aquakulturen über die Steuerung von Schleusen und Biogasanlagen bis hin zu Prüfständen und Montagelinien für die Auto-, Lebensmittel- und Medizintechnik. Günther Tausch und seine 47 Mitarbeiter arbeiten eng mit Forschungseinrichtungen zusammen. Der Umsatz des 1993 gegründeten Unternehmens liegt bei 6 Millionen Euro jährlich.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und Peter Siebken, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, überreichten den Preis an Firmenchef Günther Tausch.

Sachsen – Erfolg in Tüten
Im Freistaat Sachsen durchgesetzt hat sich der Weltmarktführer bei Schultüten, die Nestler GmbH Feinkartonagen aus Ehrenfriedersdorf (Erzgebirgskreis). Nahezu jede zweite Schultüte kommt aus dem Erzgebirge, das sind jährlich 3,5 Millionen mit 100 Motiven. Beliebt sind auch die Weihnachtskugeln und die füllbaren Ostereier aus Pappe des Unternehmens.

Die Ursprünge des Unternehmens reichen in das Jahr 1894 zurück. Carl August Nestler gründete es als Feinkartonagefabrik, in der erstmals Schultüten maschinell erstellt wurden. In der DDR musste es die Zwangsverstaatlichung hinnehmen, 1990 kaufte Ursula Nestler den Betrieb zurück. Mit ihrer Tochter Bettina und 65 Mitarbeitern kommt sie auf einen Umsatz von 4,5 Millionen Euro.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit Heike Smolinski, Vorstandsmitglied der Erzgebirgssparkasse, an die Geschäftsführerin Ursula Nestler.

Sachsen-Anhalt – Intelligente Technik
High Tech aus dem Harz, dafür steht der Landessieger Sachsen-Anhalt, die Tonfunk GmbH aus Falkenstein. Das Unternehmen fertigt elektronische Baugruppen und Geräte, es bietet Systementwicklung und Service und ist im Markt für Electronic Manufacturing Services (EMS) anerkannt. Kunden findet es in der Automobilindustrie, Medizintechnik, Telekommunikation, Nautik, Sensorik, Sicherheitstechnik und anderen Branchen.

Das Unternehmen wurde bereits 1958 gegründet. 100 Mitarbeiter entwickelten hochwertige Elektronik. Nach der politischen Wende schaffte das Unternehmen den Neustart. Seit 1994 beliefert es internationale Großkunden. 450 Mitarbeiter sind beschäftigt, der Umsatz liegt bei 95 Millionen Euro.

Die Geschäftsführer Norman Thor und Hans-Jürgen Lommatzsch sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Haun, nahmen den Preis von Dr. Michael Ermrich, dem Vorstandsvorsitzenden der Harzsparkasse, Wilfried Schlüter, dem Vorstandsmitglied der Salzlandsparkasse, Helmut Ibsch, sowie von Martin Skiebe, Landrat des Harzkreises, entgegen.

Verein des Jahres

Die Kategorie „Verein des Jahres“ richtet sich an Vereine, deren Mitglieder besondere Leistungen mit hoher gesellschaftlicher und regionaler Bedeutung vorweisen können. Bewerben konnten sich auch in diesem Jahr Vereine aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Wirtschaft.

Brandenburg – Jung und schon Weltmeister
Weltmeisterlich ist der Landessieger Brandenburg, der Drachenbootverein Uckerdrachen aus Prenzlau.
2005 als Verein für über 40jährige gestartet, wendete er sich schon bald an alle Altersgruppen. Dreimal wurden die Uckerdrachen bereits Club-Weltmeister. 70 Mitglieder, darunter viele Frauen, engagieren sich.

Wettkämpfe locken Besucher in die Region und die Sportart ist beliebt, wie tausende Zuschauer beweisen. Die Sportler trainieren bei Wind und Wetter. Ist der Uckersee zugefroren, geht es auf den Schwedter Kanal.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Uckermark, Wolfgang Janitschke, überreichen den Preis an den Vereinsvorsitzenden Mike Förster.

Mecklenburg-Vorpommern – Wahrzeichen erhalten
Der Förderverein Dorfkirchen in Not in MV e.V., Landessieger in Mecklenburg-Vorpommern, wurde 1994 gegründet. Vielen Dorfkirchen, oft ehemals Mittelpunkt  ihrer Orte, droht der Verfall. Der Verein setzt sich für die Sicherung und Erhaltung dieser gefährdeten markanten Baudenkmale ein. Er will sie als orts- und landschaftsprägende Wahrzeichen unserer Kultur und des christlichen Glaubens in Mecklenburg-Vorpommern für die heutige und für spätere Generationen erhalten.

Einige Kirchen wie das zerstörte Gebetshaus in Zernin wurden komplett restauriert. 125 Kirchen hat der Verein, mit seinen mittlerweile 173 Mitgliedern bereits vor dem Verfall bewahrt. Rund 2 Millionen Euro Spenden gingen ein. Zudem unterstützen 60 lokale Fördervereine den Verein.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Kai Lorenzen, überreichen den Preis an den 1. Vorsitzenden des Fördervereins
Jens Amelung.

Sachsen – Tradition zu Pferd
Der Landessieger Sachsen setzt auf Tradition. Die Mitglieder des Traditionsvereins Döbelner Pferdebahn e.V., 2002 gegründet, wollten ein touristisches Highlight für Döbeln schaffen. Sie beschlossen, die historische Döbelner Pferdebahn nachzubilden. In der Innenstadt wurden dafür 750 Meter Gleise verlegt. Nach langer Suche fanden sie einen historischen Bahnwagen, der mittlerweile als Hühnerstall diente und aufwendig restauriert werden musste.

2007 wurde die Pferdebahn eingeweiht. Sogar aus Japan kommen Fahrgäste. Darüber hinaus hat der Verein mit seinen 80 Mitgliedern ein kleines Museum eingerichtet, in dem ausschließlich Bildmaterial und Ausstellungsstücke zum Thema Pferdestraßenbahn gezeigt werden. 50 Schautafeln sowie Exponate, Modelle und Pferdebahnwagen erklären die wechselvolle und teilweise kuriose Geschichte der Pferdebahnen in Döbeln, Deutschland und der Welt

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorsitzende des Vorstandes der Kreissparkasse Döbeln, Uwe Krahl, überreichen den Preis an den Vereinsvorsitzenden Jörg Lippert.

Sachsen-Anhalt - Kultsportart in Wernigerode
Kraft, Schnelligkeit und Teamgeist sind nötig, beim Landessieger Sachsen-Anhalt, den Roten Teufelinnen vom Wernigeröder Sportverein Rot-Weiß 1949 e.V., Abt. Floorball. Viele junge Familien sind unter den 250 Vereinsmitgliedern. Sie alle führt die Begeisterung für Floorball zusammen, eine Sportart, die an Eishockey ohne Eis erinnert.

Ziel des Spiels ist es, den leichten Plastikball mit dem Stock im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern in das gegnerische Tor zu befördern. Der Reiz liegt in der eishockeyähnlichen Dynamik und dem Tempo des Spiels. Die Vereinsmitglieder sind seit vielen Jahren auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene aktiv. Die Roten Teufelinnen zählen zu den besten Jugendmannschaften Deutschlands.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Harzsparkasse, Wilfried Schlüter, und dem Landrat des Harzkreises, Martin Skiebe, an André Boks und Kevin Müller vom Vereinsvorstand.

Kommune des Jahres

Teilnehmen am Wettbewerb „Kommune des Jahres“ konnten Kommunen, die durch ihre kommunale Wirtschaftsförderung ihre Standortattraktivität gesteigert und die Ansiedlung von Unternehmen gefördert haben.

Brandenburg – gelebte Nachhaltigkeit

Der Landessieger Brandenburg setzt auf Innovation und das konsequent. Seit der Landesgartenschau 2013 baut die Stadt Prenzlau (20.000 Einwohner) auf erneuerbare Energien. So produziert die Stadt mehr Energie als sie benötigt. Die Gesamtleistung aller Stromanlagen für erneuerbare Energien beträgt 70 Megawatt, der Bedarf 19 Megawatt. Bei der Fernwärme beträgt der Anteil grüner Energien 37 Prozent.

In und um Prenzlau haben sich viele Betriebe angesiedelt und hunderte Arbeitsplätze geschaffen, darunter mittelständische Unternehmen, Handwerker und Dienstleister, Gastronomen und Hoteliers, Einzelhändler und landwirtschaftliche Betriebe. Auch das Dominikanerkloster oder die sich imposant erhebende Kirche St. Marien prägen das Stadtbild.

Der Bürgermeister der Stadt Prenzlau, Hendrik Sommer, erhielt den Preis aus den Händen des Geschäftsführenden Präsidenten des OSV, Dr. Michael Ermrich, und des Vorsitzenden des Vorstandes der Sparkasse Uckermark, Wolfgang Janitschke.

Mecklenburg-Vorpommern – lebendige Altstadt
Leben und arbeiten zusammenbringen und das in einer attraktiven Altstadt, dies gelingt dem Landessieger Mecklenburg-Vorpommern, der Stadt Grabow (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Die „bunte Stadt mit
6.200 Einwohnern an der Elde“ hat mehr zu bieten als Grabower Küsschen.

Der ehemalige Bürgermeister und jetzige Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, hat dafür gekämpft, dass wieder Leben in die alten Fachwerkhäuser einzieht. Ein Bio-Metzger machte den Anfang, die Verwaltung, ein Bäcker und ein Gemüsehändler, eine Bücherei und eine Apotheke folgten. Nun sollen Wohnungen in den Fachwerkhäusern angeboten werden - zum Teil barrierefrei und als
3-Generationen-Haus geeignet.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorsitzende des Vorstandes der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Kai Lorenzen, überreichen den Preis an den ehemaligen Bürgermeister von Grabow und heutigen Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg sowie den ersten stellvertretenden Bürgermeister, Wolfgang Kann.

Sachsen – gelungene Integration

Der Landessieger Sachsen, die Große Kreisstadt Werdau (Landkreis Zwickau) zeigt, wie gut die Integration von Migranten in Sachsen gelingen kann. Der Stadt an der Pleiße fehlten Fachkräfte, zugleich standen Wohnungen leer. 250 Asylsuchende nahm die Gemeinde (20.000 Einwohner) auf und unterstützte sie dabei, heimisch zu werden. Als erste Stadt in Sachsen hat sie ein integratives Modellprojekt entwickelt. Viele Helfer aus unterschiedlichen Bereichen wirken zusammen, u.a. Kirchengemeinden, soziale Träger, Vereine, ehrenamtliche Kräfte und das Bildungswerk der sächsischen Wirtschaft. 50 Migranten werden auf den Berufseinstieg vorbereitet.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Zwickau, Felix Angermann, an Oberbürgermeister Stefan Czarnecki.

Sachsen-Anhalt – attraktiv für Touristen und Arbeitnehmer
Der Landessieger Sachsen-Anhalt, die Stadt Harzgerode (Landkreis Harz), ist für Besucher und Arbeitnehmer attraktiv. 150.000 Übernachtungen zählen die Touristiker in dem Ort, der u.a. bekannt für die Selketalbahn ist. Sie gilt als Ursprung der Harzer Schmalspurbahnen und wurde bereits 1887 eröffnet.

Die Stadt hat sich zu einem wichtigen Industrie- und Gewerbestandort entwickelt. 1.700 Einwohner sind in der heimischen Wirtschaft beschäftigt. Neben Unternehmen mit internationaler Bedeutung wie der Trimet Aluminium (Zulieferer der Autoindustrie, Herstellung von Druckgußteilen), der Pyrotechnik Silberhütte, einem Betrieb der Rheinmetall AG, Synova und der Swisspor haben sich viele kleinere Unternehmen und Gewerbebetriebe angesiedelt. Im neuen Creativcentrum CCC befindet sich das modernste Prüflabor Europas.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit Wilfried Schlüter, Vorstandsvorsitzender der Harzsparkasse, und dem Landrat des Harzkreises, Martin Skiebe, an Bürgermeister Markus Weise.

Sonderpreis der „SUPERillu“ – Lebensretter aus Rostock

Traditionell vergeben die Zeitschrift „SUPERillu“ und der OSV auf dem Unternehmer-Konvent einen Sonderpreis. Der Preisträger in diesem Jahr ist die Firma Centogene AG aus Rostock.
Das Unternehmen analysiert täglich 500 Blutproben von Patienten und Patientinnen mit seltenen Erbkrankheiten. Ärzte aus der ganzen Welt wenden sich an Centogene.

Firmengründer Prof. Arndt Rolfs verfolgt seit dem Gründungsjahr 2006 das Ziel, frühzeitige Diagnosen durch innovative Technologien zu verbessern. 350 Millionen Betroffene soll es weltweit geben, vier Millionen in Deutschland. 7.000 solcher Erkrankungen sind bekannt, nur 80 können erfolgreich behandelt werden.

Centogene ist mit seiner Technologie weltweit anerkannt. 300 Spezialisten aus 40 Nationen arbeiten und forschen für das Unternehmen.

Den Preis übergaben der Chefredakteur der SUPERillu, Stefan Kobus, und Dr. Michael Ermrich zusammen mit dem Vorstandsmitglied der OstseeSparkasse Rostock, Karsten Pannwitt, an den Geschäftsführer der Centogene AG Prof. Dr. Arndt Rolfs. 

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