Ermrich: Digitalen Wandel als Chance begreifen

Sparkassen-Tourismusbarometer für Sachsen – Digitalisierung im Sachsen-Tourismus

Gödelitz, 25. August 2016  Die Digitalisierung ist auch im Tourismus der Schlüssel zum Erfolg. Das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) ermahnt die touristischen Betriebe, trotz des engen finanziellen Spielraums die Chancen des digitalen Erfahrungsaustausches und des Wissensmanagements zu nutzen. Der Fachkräftemangel bereitet auch in diesem Bereich Probleme.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich: „Service für Gäste beginnt nicht erst bei der Ankunft, sondern bereits bei der Planung der Reise. Hier müssen wir die Kunden mit einem vernetzten Angebot überzeugen. Gleichzeitig profitieren die Betriebe vom virtuellen Erfahrungsaustausch. Digitalisierung ermöglicht eine intensivere Zusammenarbeit innerhalb der Destination. Es geht darum, dem Gast mit moderner Informations- und Kommunikationstechnologie und digitalen Anwendungen vor, während und nach dem Urlaub einen Zusatznutzen zu bieten.“

Sachsen erkennt Bedeutung des digitalen Wandels  


74 Prozent der ostdeutschen Destinationen sehen die Vorteile und Chancen der fortschreitenden Digitalisierung im Tourismus. Die sächsischen Destinationen sind aufgeschlossener und sehen etwas häufiger die Vorteile.

Dennoch vertreten 42,1 Prozent der Betriebe im sächsischen Gastgewerbe die Auffassung, dass die Digitalisierung keine Auswirkungen auf ihr jeweiliges Unternehmen hat. In Ostdeutschland insgesamt gehen nur 39,4 Prozent der Betriebe und in den westdeutschen Bundesländern sogar nur 36,1 Prozent davon aus.

Ostdeutschland sieht Marketing im Focus


Eine wachsende Bedeutung der Digitalisierung erwarten die Tourismusverantwortlichen in Ostdeutschland insbesondere im Marketing (60 Prozent) und im Vertrieb (54 Prozent).

Die Bereiche „Produkt/Service/Innovation“ (38 Prozent) und „Betriebsabläufe“ (29 Prozent) sind nach Ansicht der ostdeutschen Touristiker weniger stark vom digitalen Wandel betroffen. Die sächsischen Tourismusakteure sind deutlich zurückhaltender. Der Anteil der Befragten, die eine starke Bedeutungszunahme der Digitalisierung sehen, liegt in allen Unternehmensbereichen unterhalb der Werte für Ostdeutschland.

Digitaler Tourismus ist Aufgabe des gesamten Unternehmens

15 Prozent der gastgewerblichen Betriebe, 25 Prozent der Tourismusorte und 46 Prozent der regionalen Tourismusorganisationen in Ostdeutschland halten Digitalisierung insbesondere für ein Thema der Marketingabteilung. Aber nur 30 Prozent der befragten ostdeutschen Destinationen sehen Digitalisierung als Chefsache an.

In Sachsen fällt auf, dass vergleichsweise wenige Destinationsmanagementorganisationen Digitalisierung zur Chefsache gemacht haben. Verhältnismäßig viele Organisationen haben überhaupt keine Strategie.

Das Sparkassen-Tourismusbarometer rät den Unternehmen zu integrierten Digitalisierungsstrategien. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Unternehmensbereiche ist für die Gestaltung von Digitalisierungsprozessen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Mit Blick auf die Außenwirkung sind das insbesondere die Bereiche „Kommunikation“, „Produktentwicklung und Service“ und „Vertrieb“. Der Fokus nach innen richtet sich insbesondere auf die internen Prozesse und Betriebsabläufe sowie auf das Wissensmanagement.

Digitaler Wandel erfordert Kooperationsbereitschaft


Wer die Chancen der Digitalisierung für ein Destination ausschöpfen will, muss Arbeitsabläufe und traditionelle Tourismusstrukturen hinterfragen. Im Kern fokussiert sich der digitale Wandel auf die drei Kernbereiche „Markenführung“, „Datenmanagement“ und „Gästeservice“.

Zahlreiche Akteure auf unterschiedlichen Ebenen werben gleichzeitig um den Gast und versprechen „unverwechselbare Urlaubserlebnisse“, kritisiert das Barometer. Dies führt zu parallelen Prozessen und Doppelarbeiten. Entscheidend für den künftigen Erfolg ist es, Prioritäten und Schwerpunkte in Form einer intelligenten Arbeitsteilung gemeinsam und verbindlich festzulegen.

Nur im Miteinander der verschiedenen Ebenen – vom Landesmarketing über die Destinationen bis zu den Orten und Betrieben – sowie der immer wichtiger werdenden externen Partner wie zum Beispiel Themenportale, Vertriebskanäle, Mobilitätsanbieter können die digitalen Herausforderungen gemeistert werden. Die Digitalisierung hilft somit, betriebsinterne Prozesse effizienter zu gestalten und damit Ressourcen zu sparen. Gleichzeitig bietet sie die Chance, dem Gast individuellere Angebote zu unterbreiten.

Weitere Informationen zum Tourismusbarometer im Internet unter: www.tourismusbarometer.de

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  • Sparkassen-Tourismusbarometer - Mut zum Umdenken! Tourismus in Sachsen zwischen Wettbewerb, Marktsicherung u Werteorientierung
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