Ermrich: Preisträger sind Motor der Entwicklung in Ostdeutschland

21. Unternehmerpreis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes – Unternehmen, Verein und Kommune des Jahres ausgezeichnet

Potsdam/Berlin, 23. November 2017    Sie stehen für Aufbruch, Optimismus, Kreativität und Ideenreichtum, aber auch Verbundenheit mit der Heimat und Verantwortung für das Gemeinwesen: Die Preisträger des Unternehmer-preises des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV). Bereits zum 21. Mal wird die begehrte Auszeichnung an Unternehmen, Kommunen und Vereine verliehen.

„Die Preisträger beweisen, wie sehr es sich lohnt, etwas zu wagen, sich für andere Menschen und eine Idee einzusetzen“, würdigte der Geschäftsführende OSV-Präsident, Dr. Michael Ermrich, die Gewinner. „Unsere Preisträger sind Mutmacher und Vorbild. Sie stehen für positives Denken. Die OSV-Sparkassen und ihre Träger sind stolz auf die Sieger. Auch nach mehr als 20 Jahren entdecken wir jedes Jahr aufs Neue vielfältige Facetten der Leistungsbereitschaft und des Engagements der Menschen in den neuen Ländern. Dies beweist, dass wir zuversichtlich in die Zukunft blicken können.“

Ermrich zeichnete am Donnerstag je einen Preisträger aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt aus – in den Kategorien „Unternehmen des Jahres“, „Verein des Jahres“ und „Kommune des Jahres“. Die Sieger kommen aus dem Landkreis Oberhavel, dem Fläming, der Prignitz, von der Insel Usedom, von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg, aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen, dem Salzlandkreis, aus Halle (Saale) und dem Landkreis Wittenberg sowie dem Harz.

Unternehmen des Jahres


Die Auszeichnung „Unternehmen des Jahres“ würdigt Betriebe, die sich mit einem modernen Marketing und einem kreativen Potenzial am Markt behaupten und durch stabiles Wachstum dauerhaft Arbeitsplätze schaffen.

Brandenburg – Weltweit kleben und reflektieren

Landessieger Brandenburg ist die ORAFOL Europe GmbH aus Oranienburg (Landkreis Oberhavel), ein weltweit operierendes Unternehmen mit Tradition. 1808 als Farbenwerkstatt gegründet, in der DDR als Klebewerkstatt erfolgreich, wagte Geschäftsführer Dr. Holger Loclair 1991 den Neuanfang. Der Erfolg gibt ihm Recht. ORAFOL stellt hochwertige grafische Produkte, reflektierende Materialien und Klebebandsysteme her. Autobahnbeschilderungen, Autofolien, beispielsweise auf Polizeiautos, werden ebenfalls bei ORAFOL entwickelt und hergestellt.

Von Oranienburg in die Welt, ORAFOL hat Standorte in den USA und ist Marktführer in Australien. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit 1448 Mitarbeiter. Der Umsatz beträgt 550 Millionen Euro. ORAFOL ist in gerade Mal einer Generation zu den 500 bedeutendsten Familien-unternehmen in Deutschland aufgestiegen.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorstandsvorsitzende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, Andreas Schulz, überreichen den Preis an Geschäftsführer Dr. Holger Loclair.

Mecklenburg-Vorpommern – Täglich frischer Fisch

Frischen Fisch nach Usedom getragen, hat der Landessieger Mecklenburg-Vorpommern, Fisch Domke. 2010 hat der gelernte Koch André Domke mit „Domkes Fischhus“ sein erstes Fischrestaurant im Seebad Ahlbeck eröffnet. Er überzeugte mit Qualität, frischen Zutaten, dem Verzicht auf Fertigprodukte und moderaten Preisen. 2014 folgte das „Domkes Lüttes Fischhus“ im Seeheilbad Bansin, 2016 „Domkes Fischpavillon“ im Ostseebad Heringsdorf und „Domke am Meer“ im Seeheilbad Bansin. In Domkes Shop verkauft er seine Produkte online.55 Mitarbeiter sind bei Fisch-Domke angestellt. Der Umsatz liegt bei 3,5 Millionen Euro.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und Reimo Nickel, Stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorpommern, überreichen den Preis an den Inhaber André Domke.

Sachsen – Per Funk dabei

Im Freistaat Sachsen durchgesetzt hat sich die digades GmbH aus Zittau (Landkreis Görlitz). Digades entwickelt elektronische Systemlösungen für Autos und Gebäude und ist weltweit der größte Hersteller von Funkfernbedienungen für Autostandheizungen. Die Zittauer haben ein auch Kontrollgerät für den Reifendruck entwickelt, das sich im Reifen befindet, und mit „dguard“, ein automatisches Notrufsystem für Motorradfahrer. Sieben Ingenieure gründeten das Unternehmen 1991. 164 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von 23 Millionen Euro.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit Frank Hensel, Vorstandsmitglied der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, an den Geschäftsführer Lutz Berger.

Sachsen-Anhalt – Sichere Rettung

Noch mehr Sicherheit und Komfort bei Rettungseinsätzen hat sich der Landessieger Sachsen-Anhalt, die Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG aus Schönebeck (Elbe) im Salzlandkreis, zum Ziel gesetzt. Gestartet ist das Team um die beiden Geschäftsführer Hans-Jürgen Schwarz und Maik Hempel 1991 mit nur sechs Mitarbeitern. Die Traktorenwerker wollten Transporter für Behinderte- und Krankenfahrten sicherer und komfortabler machen. Das Unternehmen entwickelte u.a. einschiebbare Rollstuhlrampen oder spezielle Kofferaufbauten. Das Unternehmen bietet zudem an, Notarztfahrzeuge bedarfsgerecht auszubauen.

In den mehr als 25 Jahren seines Bestehens hat sich Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG zu einem der führenden Ambulanz- und Einsatzfahrzeughersteller in Mitteleuropa entwickelt. Vor allem die letzten Jahre waren von einem kontinuierlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg geprägt. Produziert wird in neuen Werkhallen, längst ist die Mitarbeiterzahl dreistellig. Und nicht nur das: auch die sichersten Ambulanzmobile Europas kommen aus dem Salzlandkreis.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorsitzende des Vorstandes der Salzlandsparkasse, Hans-Michael Strube, überreichen den Preis an die Geschäftsführer Hans-Jürgen Schwarz und Maik Hempel.

Verein des Jahres


Die Kategorie „Verein des Jahres“ richtet sich an Vereine, deren Mitglieder besondere Leistungen mit hoher gesellschaftlicher und regionaler Bedeutung vorweisen können. Bewerben konnten sich auch in diesem Jahr Vereine aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Wirtschaft.

Brandenburg – Tracht des Jahres

Der Landessieger Brandenburg kann besonders stolz sein: Der Heimatverein Fläming-Freunde e.V. mit Sitz in Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) möchte die historischen Trachten der Region wieder beleben. Mit Erfolg, der Deutsche Trachtenverband e.V. kürte die Fläming-Tracht zur schönsten Tracht des Jahres 2017.

Seit 2010 beschäftigen sich die 20 Vereinsmitglieder mit der Trachten-Tradition in der Region. Die Frauen des Vereins nähen historische Trachten nach und treten bei Volksfesten und Trachtentreffen auf.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorstandsvorsitzende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, Andreas Schulz, überreichen den Preis an den Vereinsvorsitzenden Charles Koppehele und an die Schatzmeisterin des Vereins Marlies Koppehele. 

Mecklenburg-Vorpommern – Für die Natur

Der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft e.V, Landessieger Mecklenburg-Vorpommern, wurde am 30. Juni 1990 in der Ahrenshooper Kirche gegründet, noch bevor der Nationalpark existierte.

Erstes Projekt war, das Schutzgebiet aus der Taufe zu heben. Teile der Ostsee, des Boddens, der Halbinsel Darß-Zingst sowie die Insel Hiddensee wurden zu einem der schönsten Naturparadiese. Die 500 Mitglieder führen vielfältige Projekte durch und überzeugen Gäste mit einem umfassenden Angebot. Ein riesiges Netz von Wander- und Radwegen und Schautafeln, die auf ungewöhnliche Arten und Tiere hinweisen, entstand. Die Gäste können unter anderem die Hirsch-Brunft im Darßwald und den Einflug der Kraniche beobachten.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und Reimo Nickel, Stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorpommern, überreichen den Preis an den Vereinsvorsitzenden Jan Baginski.

Sachsen – Kunst auf dem Lande 

Der Landessieger Sachsen bringt Kunst in den ländlichen Raum. Seit Dezember 2011 vernetzt die Kunstinitiative “Im Friese” e.V. in der Stadt Schirgiswalde-Kirschau (Landkreis Bautzen) Bürger, Künstler, Kunstförderer und Institutionen in Ostsachsen und fördert den künstlerischen Nachwuchs. Kirschau soll Zentrum für zeitgenössische Kunst in Ostsachsen werden.

Die Kunstinitiative mit 55 Mitgliedern residiert im ehemaligen Verwaltungs- und Produktionsgebäude der Kirschauer Textilfabrik VEGRO. Sie gehörte einst dem Fabrikanten Gotthelf August Friese, dem Erfinder des Putztuches. In 40 Ateliers und Ausstellungsräumen, die kostengünstig zu mieten sind, treffen sich Grafiker, Maler und Musiker. Das Gebäude bietet viel Raum für Ausstellungen, Aktionen, Happenings und Veranstaltungen jeder Art. Die Ausstellungen sind Höhepunkte in der Kunstszene der Oberlausitz. Darüber hinaus fährt ein „KunstBUS“ zu Orten, in denen es Ausstellungen und Konzerte gibt.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, der Vorsitzende des Vorstandes der Kreissparkasse Bautzen, Dirk Albers, und der Landrat des Landkreises Bautzen, Michael Harig, überreichen den Preis an den Vereinsvorsitzenden Karl Dominick.

Sachsen-Anhalt – Junge Genies am Schachbrett 

Anleitung zum vernetzten Denken für die Kleinsten gibt der Landessieger Sachsen-Anhalt, der Verein Kinderschach in Deutschland e.V. aus Halle (Saale). Er hat sich die Einführung des Schachspiels in Kindergärten zum Ziel gesetzt. Die Konzentrationsfähigkeit, vernetztes Denken aber auch die Fähigkeit zu verlieren, werden so geschult.

Der 2013 gegründete Verein hat Erfolg: Mehr als 10.000 Kinder in neun Bundesländern haben das Spiel bereits gelernt, 465 Erzieherinnen sind dabei, ebenso wie 400 Schulen und Kitas. Das Spiel bringt zudem Jung und Alt zusammen. Opa und Enkelkinder wetteifern miteinander.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied der Saalesparkasse, Alexander Meßmer, an den Präsidenten des Vereins Dr. Gerhard Köhler.

Kommune des Jahres 


Teilnehmen am Wettbewerb „Kommune des Jahres“ konnten Kommunen, die durch ihre kommunale Wirtschaftsförderung ihre Standortattraktivität gesteigert und die Ansiedlung von Unternehmen gefördert haben. 

Brandenburg – ein Ort zum Wohl fühlen 

Kulturstandort, großzügige Gewerbegebiete und Ausflugsziel für Radfahrer und Wanderer bietet der Landessieger Brandenburg, die Stadt Wittenberge (Landkreis Prignitz).

Anziehungspunkt der 17.500-Einwohnerstadt ist die ehemalige Ölmühle, die heute als Brauhaus mit Restaurant, Festsaal und Strandbar genutzt wird. Auf dem Gelände finden im Sommer die Elblandfestspiele statt. An diesem Ort stand früher das Nähmaschinenwerk Singer, später Veritas, das 1990 schließen musste.

Heute bieten Unternehmen in drei Gewerbeparks Arbeitsplätze. Schnelle Genehmigungsverfahren, Bürgernähe, eine gute Infrastruktur, gute Bildungsangebote und eine gezielte Wirtschaftsförderung sind den Verantwortlichen mit Bürgermeister Dr. Oliver Herrmann wichtig.

Der Bürgermeister der Stadt Wittenberge, Dr. Oliver Hermann, erhielt den Preis aus den Händen des Geschäftsführenden Präsidenten des OSV, Dr. Michael Ermrich, und des Vorsitzenden des Vorstandes der Sparkasse Prignitz André Wormstädt. 

Mecklenburg-Vorpommern – Stadt ohne Watt 

Nachhaltigkeit wird beim Landessieger Mecklenburg-Vorpommern groß geschrieben - der Stadt Grevesmühlen im Landkreis Nordwest-mecklenburg. Der Verein „Grevesmühlen- Stadt ohne Watt“, der 2006 gegründet wurde, versteht sich als Motor für eine nachhaltige Entwicklung. Mit einem Mix von Biogas, Windenergie und Photovoltaik will die 10.500 Einwohner-Kommune ihren Energiebedarf decken. Ein Klärgasheizkraftwerk sorgt für Wärme und ermöglicht eine Garnelenzucht im 32 Grad warmem Wasser.

Bekannt ist die Stadt auch durch ihre Hünen-Gräber und als „Piraten-Hauptstadt“ Deutschlands. Rund 60.000 Gäste besuchen das Korsaren-Spektakel.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, und der Vorsitzende des Vorstandes der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, Manuel Krastel, überreichen den Preis an den Bürgermeister von Grevesmühlen Lars Prahler. 

Sachsen – Wohlstand im ältesten Weberdorf 

Der Landessieger Sachsen, die Gemeinde Großschönau (Landkreis Görlitz) ist mit der Textilgeschichte der Damast- und Frottierweberei eng verbunden. Großschönau ist Deutschlands ältestes Weberdorf.

Davon zeugen viele kleine und große Umgebindehäuser, meist ehemalige Weberhäuser sowie die für ein Dorf ungewöhnlichen Villen der Fabrikanten. Deutschland einziges Damast- und Frottiermuseum erläutert Besuchern die bis 1666 zurückreichende Tradition der Damastweberei. Der deutschlandweit einzige funktionstüchtige Handzugwebstuhl von 1835 für diese Gewebeart zählt zu den besonderen Raritäten des Museums, ebenso wie der letzte funktionstüchtiger Frottierhandwebstuhl.

Großschönau ist bei Wanderern und Radtouristen beliebt, die Gemeinde ist stolz auf das Trixi-Erlebnisbad und auf die guten Schulen und Kitas.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit Frank Hensel, Vorstandsmitglied der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, an den Bürgermeister Frank Peuker. 

Sachsen-Anhalt – Mehr als Lutherjahr 

Der Landessieger Sachsen-Anhalt ist nicht nur im Lutherjahr attraktiv für Gäste und Einwohner: die 47.000 Einwohner zählende Lutherstadt Wittenberg (Landkreis Wittenberg). Mit der Schlosskirche, dem Lutherhaus, der Stadtkirche und dem Melanchthonhaus erwarten Besucher gleich vier Bauwerke, die Weltkulturerbe der UNESCO sind. Im Lutherjahr waren sie ein Besuchermagnet.

Wittenberg ist aber auch Industrie- und Wirtschaftsstandort mit bekannten Unternehmen wie Unilever und Deutschlands größtem Gewächshaus. Auf einer Fläche von rund 15 Fußballfeldern wachsen hier Tomaten.

Den Preis übergab Dr. Michael Ermrich gemeinsam mit Thomas Arndt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Wittenberg, und dem Landrat des Landkreises Wittenberg, Jürgen Dannenberg, an den Oberbürgermeister Torsten Zugehör. 

Sonderpreis der „SUPERillu“ mit Nervenkitzel 

Traditionell vergeben die Zeitschrift „SUPERillu“ und der OSV auf dem Unternehmer-Konvent einen Sonderpreis. Er geht in diesem Jahr an die Harzdrenalin UG aus Elbingerode (Landkreis Harz). Nervenkitzel pur erwartet die Besucher: Die Megazipline, Europas größte Doppelseilrutsche, führt über die Rappbodetalsperre. Die längste Hängebrücke der Welt führt ebenfalls über die Talsperre. Wagemutige können mit Gigaswing den Pendelsprung von der Hängebrücke wagen. Schließlich können die Besucher auch die Staumauer herunter laufen.

Den Preis übergaben der Chefredakteur der SUPERillu, Stefan Kobus, und Dr. Michael Ermrich, zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Harzsparkasse Werner Reinhardt und dem Landrat des Landkreises Harz, Martin Skiebe, an die Geschäftsführer Maik und Stefan Berke. 

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