Parlamentarischer Abend des OSV

Ermrich: Gesetzgebung darf nicht zu Investitionsbremse werden

Dresden, 8. November 2016  Scharfe Kritik an der Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie hat der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Dr. Michael Ermrich, auf einem Parlamentarischen Abend des Verbandes in Dresden geäußert. Die deutsche Praxis erschwere die Kreditvergabe für Eigenheime erheblich. Sie gehe weit über die Handhabung in anderen EU-Staaten hinaus. Ausdrücklich begrüßte er die sächsische Unterstützung einer im Bundesrat vorliegenden Initiative zur Nachbesserung des Gesetzes. Ziel müsse sein, die Kreditvergabe an Menschen, die in der Vergangenheit ohne Probleme ihr Eigenheim oder eine Modernisierung finanziert bekommen haben, auch in Zukunft durchführen zu können.

„Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Deutschland ist leider ein Beleg dafür, dass der Gesetzgeber EU-Regelungen noch verschlimmert - zu Lasten der Bürger. Das Gesetz verbaut zudem vorhandene Chancen für die heimische Wirtschaft. Das Immobiliengeschäft ist das Brot- und Butter-Geschäft von Sparkassen und Bausparkassen. Es ist in Deutschland seit 100 Jahren - und bei uns seit 25 Jahren sicher und wird verantwortungsvoll betrieben. Wir hätten so ein Gesetz wahrlich nicht benötigt“, betonte Ermrich.

Die zwölf sächsischen Sparkassen freuten sich im ersten Halbjahr trotz zurückgehender Immobilienkredite über einen Spitzenwert in Höhe von 765 Mio. Euro bei der Kreditvergabe an Privatpersonen. Einen neuen Höchststand erreichten sie bei der Kreditvergabe an Unternehmen und Selbstständige. Im ersten Halbjahr bewilligten sie in diesem Marktsegment neue Kredite in Höhe von 1,1 Mrd. Euro (+5,4 Prozent). 

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