Gelungene Premiere der Vorstandstagung Revision

Berlin, 11. Februar 2016   Zum ersten Mal richteten die Prüfungsstellen des OSV und des SGVSH eine Vorstandstagung Revision aus – und die Premiere am 11. Februar 2016 in Potsdam darf als gelungen eingeschätzt werden.

Das Prüfungswesen inklusive der Abschlussprüfung ist von eminenter Bedeutung für das erfolgreiche Wirken der Sparkassen in beiden Verbänden. Deshalb ist eine solche Veranstaltung, die den Anspruch hat die Vorstände und andere Leitungskräfte der Sparkassen zu informieren, schon seit langem „fällig“.   

Die beiden Prüfungsstellen kooperieren schon seit Jahren sehr intensiv. Folgerichtig war es den beiden Prüfungsstellenleitungen sehr wichtig, in dieser speziell auf die Vorstände der Sparkassen ausgerichteten Veranstaltung über aktuelle Entwicklungen und relevante Themen des Prüfungswesens und der Abschlussprüfung zu informieren und sich mit den Teilnehmern auszutauschen.

Nach einleitenden Bemerkungen zur Veranstaltung vom Leiter der Prüfungsstelle des OSV, Hermann Dreyer, zeigte Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des OSV, in seinem Beitrag sehr anschaulich die zum Teil irritierende Verbindung zwischen neuen regulatorischen Anforderungen im Kommunalkreditgeschäft und den entsprechenden Aktivitäten der Bankenaufsicht auf der Grundlage von Prüfungen gemäß § 44 KWG auf.

Hermann Dreyer widmete sich in seiner anschließenden Rede den Prüfungen zum Einlagensicherungsgesetz sowie ausgewählten Erfahrungen aus laufenden Prüfungen im Kontext mit der Geschäftsstrategie 2020. Dabei stellte er klar, dass das Thema Niedrigzinsphase nicht nur von der Bankenaufsicht, sondern auch vom Abschlussprüfer bei Kreditinstituten schwerpunktmäßig behandelt wird. Darüber hinaus berichtete er über persönliche Erfahrungen aus seiner Tätigkeit als Mitglied im Fachrat und Steuerungskreis der S Rating und Risikosysteme GmbH, die sich seit 2015 mit der Bearbeitung von regulatorischen Themen für die Sparkassenorganisation beschäftigt.  

v.l.n.r.: Herr Dreyer, Herr Weihmann, Herr Dr. Ermrich, Frau Reichl, Herr Franzenburg
v.l.n.r.: Herr Kunst, Herr Winterstein, Herr Linke, Herr Börnecke, Herr Gerdts, Herr Hennig, Herr Dreyer, Herr Mohlau, Frau Reichl, Herr Franzenburg, Herr Klahn

Im Anschluss ging Dirk Franzenburg, designierter Leiter der Prüfungsstelle des SGVSH auf die sich auch für Wirtschaftsprüfer direkt beziehenden neuen Regulierungen ein, die Einfluss auf die Rechnungslegung der Sparkassen und die Tätigkeit der Prüfungsstellen haben können.


Burkard Eckes, Leiter des Bereichs Banking & Capital Markets bei PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Chairman der europäischen Wirtschaftsprüfervereinigung (FFE) und in dieser Funktion Vertreter in europäischen und nationalen Spitzengremien mit EBA, EZB und BaFin gab einen Insider-Einblick in die Arbeits- und Denkweise dieser Institutionen und ihrer Vertreter und zeichnete ein Bild von den zukünftigen Entwicklungen. So zeigte er auf, wie die EZB unter Einbeziehung der nationalen Aufsichtsbehörden die Vorgehensweise bei der Bankenaufsicht festlegt und welche nationalen Gewohnheiten reduziert werden. So wird die EZB – neben einer Vielzahl anderer Themen – die Analyse der Geschäftsmodelle und die Nachhaltigkeit der Profitabilität auch im Hinblick auf das Niedrigzinsumfeld mit hoher Priorität einstufen.

Den Supervisory Review und Evaluation Process (SREP) als Kernstück der Bankenaufsicht erläuterte im Einzelnen Dr. Silvio Andrae, Referent beim DSGV und zeigte auf, welche Auswirkungen durch die Anwendung dieser Leitlinien auch bei den „normalen“ Sparkassen entstehen können.

Nach einem kurzen Mittagessen  hatten die Teilnehmer die Möglichkeit ihre Erfahrungen in Workshops zu vertiefen. Darunter waren  Themen wie:

  • bankaufsichtsrechtliche Prüfungen gemäß § 44 KWG,
  • Entwicklungen nationaler und internationaler Immobilienmärkte vor dem Hintergrund institutioneller Anlagen in Immobilienfonds,
  • Deka Treasury Kompass 2015 und Mischungsverhältnisse,
  • Vorbereitung und Durchführung einer Prüfung gemäß § 44 KWG,
  • Prozessorganisation mit PPS_neo,
  • Umsetzung der Steko-Rechtsprechung und Erfahrungen aus der steuerlichen Betriebsprüfung.

Insgesamt hatte die Veranstaltung einen regen Zuspruch von den Vorständen der OSV- und SGVSH-Sparkassen erfahren.

Die Teilnehmer lobten insbesondere die Möglichkeit, einzelne Themen über die vorhandenen Gremien und Vorstandsarbeitsgemeinschaften hinaus, zu vertiefen. 

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